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27.02.2020 | 8er-Team Neuigkeiten Ausbildung

8er-Team: Wert(h)volles Training!

Dressurqueen Isabell Werth mit Clara Sophie Abeck, Dr. Susanne Marx-Nowak und Katja Nelken, Niwine Berse und Alissa Horz.

Lange hatten die drei Top-Scorerinnen des Raiffeisen-Markt 8er-Teams U21 Dressur diesen Tag herbeigesehnt – am 18. Januar war es dann endlich soweit. Jede von ihnen kam in den Genuss einer Einzel-Trainingseinheit bei Dressurqueen Isabell Werth, der erfolgreichsten Dressurreiterin der Welt! 

Niwine Berse ist die Aufregung ein kleines bisschen ins Gesicht geschrieben, als sie im Sattel von Brantops Goldbiene, genannt Hummel, im Schritt ihre Runden durch die Halle des Reit- und Fahrvereins Graf von Schmettow Eversael dreht. Sie hat ihre Palominostute bereits gelöst und will sie nun nur noch warmhalten, bis sie eintrifft. Sie, das ist Isabell Werth, die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt! Von ihr wird Niwine gleich Unterricht bekommen. 30 Minuten wird die Dressurikone ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf sie und Hummel richten!  

„Sie ist da, sie ist da!“ Mit diesen Rufen kommen zwei Mädchen aus dem Heimatverein von Isabell Werth aufgeregt zur Halle gerannt. Gleich darauf parkt diese ihr Auto, steigt aus und ruft noch während sie ihren Mantel überwirft: „Sorry für die Verspätung! Vorhin haben wir noch gedacht, ich wäre heute ausnahmsweise mal pünktlich…“ Lachend begrüßt Isabell Werth mit diesen Worten Dr. Susanne Marx-Nowak. Seit über eineinhalb Jahrzehnten vertraut die Dressurqueen bereits auf die Qualität von Raiffeisen Pferdefutter – seit ebenso langer Zeit kennt sie die Raiffeisen Pferdefutter Produktmanagerin, die den Trainingstag mit Isabell Werth nicht nur organisiert hat, sondern auch von einem Kamerateam begleiten lässt.  

Niwine Berse: Fokus auf Stellung und Biegung 

Schnell eilt die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt in die Halle, schüttelt auf dem Weg dorthin alle Hände, die ihr gereicht werden, entschuldigt sich auch bei der Reiterin noch einmal für die Unpünktlichkeit und steigt dann direkt ein: „Niwine, woran möchtest Du heute mit mir arbeiten, was hast Du Dir vorgenommen?“. Da die Zwölfjährige in diesem Jahr den Sprung in die Klasse L wagen will, möchte sie vor allem an den Übergängen, insbesondere an den Einfachen Wechseln, arbeiten. Isabell Werth nickt, begutachtet zunächst den Schritt und lässt Niwine dann antraben. „Das gefällt mir an sich schon ganz gut“, lobt sie. „Aber Dein Pony sollte noch mehr reell an die Hand herantreten.“ Die Reiterin soll darauf achten, dass der Zügel nicht springt. „Lieber die Hände mal ruhig stehen lassen, damit sich Hummel wirklich vom Gebiss abstoßen kann.“ Im Schulterherein und in Volten arbeitet sie mit Reiterin und Pony daran, Stellung und Biegung zu verbessern. „Stell sie mal nach außen jetzt und dann wendest Du nochmal in eine Volte ab“, weist Isabell Werth die Reiterin an. „Lass sie dabei weiter nach außen gestellt und treib sie mit dem inneren Schenkel an die äußere Hand heran, du musst sie mehr an den äußeren Zügel bekommen!“ Die Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin reitet am Boden geradezu mit, auch ihr Körper biegt sich ähnlich dem eines Pferdes in einer Volte. Isabell Werth ist zu 100 Prozent auf Pony und Reiterin konzentriert, mit vollem Engagement dabei. Dabei legt sie auch besonderen Wert darauf, dass die Ecken richtig ausgeritten werden. „Du kannst jede Ecke als Viertelvolte dazu nutzen, Dein Pony zu stellen und zu biegen, nutze diese Gelegenheit!“ In den Übergängen ist es Isabell Werth wichtig, dass Hummel nicht verzögert auf die Hilfen reagiert, sondern sofort. „Wenn Du antraben möchtest, muss sie sofort lostraben und sich nicht nach und nach in Gang setzen!“ Und nach dem Übergang gilt stets: weiterreiten nicht vergessen. Auch im Schritt – und vor allem, wenn eine Lektion wie eine Kurzkehrtwendung ansteht. „Versuch den Schritt vor der Einleitung der Wendung aktiver und schneller zu machen“, rät Isabell Werth. „Reite die Wendung lieber erstmal etwas größer, damit sie wirklich fleißig mittritt.“ Dann geht’s an die Galopparbeit. Auch hier gilt es zunächst, den Grundgalopp zu verbessern, indem unter anderem an Stellung und Biegung gearbeitet wird. „Nutz auch hier jede Ecke, treib die Hinterhand mit Deinem inneren Schenkel raus!“ Dabei korrigierte die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt immer wieder auch den Sitz der jungen Reiterin. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht“, betonte diese im Anschluss strahlend. „Und ich nehme daraus unheimlich viel mit nach Hause. Vor allem, dass ich mehr auf Stellung und Biegung achte und die Ecken besser ausreite.“ 

Alissa Horz: Festigung der M-Lektionen 

Alissa Horz möchte mit ihrem Elano mit Isabell Werth vor allem an den Seitengängen arbeiten und die fliegenden Wechsel nochmal verbessern. Das Paar befindet sich bereits auf sicherem M-Niveau, Isabell Werth zeigt sich sofort angetan von dem langbeinigen Braunen. „Das Allerwichtigste für die Traversalen ist es, ein gutes Schulterherein zu reiten“, betont sie und lässt die 17-Jährige entsprechend erstmal diese Lektion reiten. Dabei achtet sie vor allem auf einen gleichmäßigen Rhythmus. Aus dem Schulterherein soll Alissa schließlich eine Kehrtvolte reiten und daraus eine Traversale entwickeln. „Lass die Hände unten und halte sie ruhig, nicht so zuppeln“, fordert die Dressurqueen. „Du musst außerdem darauf achten, in der Linkstraversale die linke Hand auch auf der linken Halsseite zu lassen. Das Pferd folgt der Hand!“ Nach intensiver Arbeit an den Trabtraversalen, folgt die Galopparbeit. Auch hier geht es an die Verbesserung der Traversalen, aber auch der fliegenden Galoppwechsel. „Das sieht schon sehr gut aus“, lobt Isabell Werth. „Dann gehen wir nochmal an den Trab.“ Hier möchte die Dressurqueen die Trabqualität des Wallachs noch optimieren. „Gib ihm mehr Zeit zum Traben, er muss mehr über den Rücken an Deine Hand heranschwingen. Lass die Hände unten und saug Dich mit Deinen Schenkeln ran. Ja siehst Du, so ist das besser!“  Zufrieden kommen Reiterin und Pferd zum Ende und verlassen schließlich lächelnd die Halle. „Wir haben die M-Lektionen nochmal gefestigt. Ich habe vor allem noch viele wertvolle Tipps bekommen, wie man Schwung und Kadenz in den Seitengängen verbessert. Außerdem haben wir auch intensiv an den fliegenden Wechseln gearbeitet. Der Unterricht hat mir sehr gut gefallen, ein einmaliges Erlebnis“, betont Alissa Horz. 

Sophie Abeck: Verbesserung der Versammlung 

Währenddessen widmet sich Isabell Werth in der Halle dem dritten und letzten Paar des Tages: Clara Sophie Abeck möchte mit ihrem selbst ausgebildeten, siebenjährigen Feedback-Sohn Fritz Kola in diesem Jahr im Viereck den Sprung in die Klasse M schaffen. Das Paar ist in der Dressur bisher bis zur Klasse L** siegreich, ist aber auch hocherfolgreich im Springen und in der Vielseitigkeit unterwegs. Der Fokus von Isabell Werth richtet sich bei diesem Paar vor allem auf die Verbesserung der Versammlung. Auch Sophie Abeck soll darauf achten, dass der Zügel nicht springt und ihre Hände in den Traversalen auf der jeweils richtigen Halsseite bleiben. „Treib ihn von hinten nach vorne an die ruhige Hand heran“, fordert Isabell Werth und unterstützt das Ganze schnalzend. Auch im Galopp heißt es für einen gelungenen Einstieg in die Klasse M vor allem: noch mehr versammeln! Aktivier ihn mit dem inneren Schenkel, komm, komm“, ist die Dressurikone auch hier voll bei der Sache. Vor dem fliegenden Galoppwechsel soll Sophie Abeck darauf achten, ihr Pferd etwas im Schultervor zu halten. Isabell Werth lässt die 21-Jährige auf dem dritten Hufschlag geradeaus galoppieren und fliegend in den Außengalopp wechseln. Anschließend soll sie im Außengalopp auf dem dritten Hufschlag bleiben und ihr Pferd nach innen los machen, allerdings ohne einen Wechsel zu reiten. Nach intensiver Galopparbeit lässt Isabell Werth auch Sophie Abeck und Fritz Kola nochmal in den Trab wechseln. „Lass die Hand ruhig mal etwas dran, aber halt sie ruhig, jetzt versammle ihn nochmal mehr, dabei darfst du ihn ruhig zwei-, dreimal kurz mit der Gerte anticken“, lautet das Kommando. „Ja, ja, ja, genau so!“ Nochmal deutlich schwungvoller und kadenzierter trabt der Braune am Ende der Stunde. „Das war gut! Loben, leichttraben, gut sein lassen! Ein Pferd mit ganz viel Potenzial, lautet das abschließende Urteil. Geschwitzt, aber glücklich zieht auch Sophie ein überaus positives Fazit: „Ich fand den Unterricht sehr gut! Es war super anstrengend, aber ich habe viele positive Sachen mitgenommen, die ich hoffentlich zuhause auch umsetzen kann.“  

Isabell Werth hingegen freute sich am Ende der Trainingseinheiten vor allem über die bunte Mischung von Pferden und Reitern: „Das war eine schöne Mischung von E, A, L bis M. Nicht nur die Reiter, sondern auch die Pferde waren sehr unterschiedlich. Es hat mir viel Spaß gemacht!“  

Ähnlich begeistert wie die Reiterinnen waren am Ende die Zuschauer – und Raiffeisen Pferdefutter Produktmanagerin Dr. Susanne Marx-Nowak. „Fantastisch“, freute sie sich. „Einfach toll, wie Isabell jeden Reiter genau dort abgeholt hat, wo er steht – und wie sie bei allen Dreien mit voller Konzentration und vollem Elan dabei war. Ich glaube von diesem Tag nehmen wir alle sehr viel mit. Vielen, vielen Dank auch an dieser Stelle nochmal an Isabell Werth für ihren Einsatz!“  

Meike Jakobi  

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