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29.10.2018 | News

Belissimo M ist Hannoveraner Hengst des Jahres – Züchter aus dem Rheinland stellen drei Prämienhengste bei der Körung

Der Rheinländer Belissimo M von Beltain - Romadour II aus der Zucht von Dieter Niesar (Kranenburg) ist Hannoveraner Hengst des Jahres 2018! Foto: Hannoveraner Verband
Ehrung im Rahmen der Körung in Verden: Der Rheinländer Belissimo M von Beltain – Romadour II aus der Zucht von Dieter Niesar (Kranenburg) ist Hannoveraner Hengst des Jahres 2018! Foto: Hannoveraner Verband

Das Publikum in der ausverkauften Niedersachsenhalle erhob sich von den Rängen, als er eintrat: Der Privatbeschäler Belissimo M ist Hannoveraner Hengst des Jahres. Unter dem Jubel des Publikums nahm sein Züchter Dieter Niesar, Kranenburg, beim Schauprogramm der Körung die wertvolle Auszeichnung entgegen – zum ersten Mal überhaupt seit der Fusion des Hannoveraner Verbandes mit dem Rheinland wurde diese Ehre damit einem rheinischen Pferd zuteil.

Belissimo M: Spitzen – Hengst mit Zucht- und Sporterfolgen

Der Beltain/Romadour II-Sohn Belissimo M ist einer der begehrtesten Dressurpferdevererber. Dabei präsentiert sich der ausdrucksstarke Fuchshengst vom Scheitel bis zur Sohle als Sportler. Der 1999 im Rheinland geborene Vererber schlug nach seiner Körung den Weg in Richtung Viereck ein. Nach dem 30-Tage-Test, den er 2002 in Zweibrücken mit Bestnoten absolvierte, wurde er 2003 mit Holga Finken in Warendorf als Bundeschampion der Vierjährigen Reitpferde gefeiert. Es folgte Platz fünf bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde, bevor er mit Kathrin Meyer zu Strohen in Warendorf die Silbermedaille bei den Fünfjährigen gewann. Mit Hayley Beresford tauchte Belissimo M 2011 auf internationalem Parkett auf. Schon in seinem ersten Grand Prix-Jahr sammelte er Weltcuppunkte und ging beim CHIO Aachen an den Start.

Seine überragenden Qualitäten gab Belissimo M an seine Nachkommen weiter. Sein Name steht für Rittigkeit und Typstärke, verbunden mit erlesenen Grundgangarten. Das zurzeit beste Dressurpferd der Welt, Isabell Werths Doppelweltmeisterin Bella Rose, ist seine Tochter. Nicht weniger als vier seiner Nachkommen wurden Bundeschampions. Bacchus von Worrenberg feierte 2008 den Sieg bei den dreijährigen Reitpferden und war später eine der Preisspitzen der Elite-Auktion in Verden. Für Aufsehen sorgte Benicio, als er 2011 das Bundeschampionat der sechsjährigen Dressurpferde gewann. Er hatte den Weg zu seinem südafrikanischen Besitzer über den Verdener Hengstmarkt gefunden. Der Westfale Blickpunkt gewann 2009 und 2010 nicht nur beide Titel der Dressurpferde in Warendorf, sondern feierte zwei Bronzemedaillen bei den Weltmeisterschaften. Und auch der Westfale Baccardi wurde 2014 Bundeschampion der Dreijährigen, bevor er zweimal an den Weltmeisterschaften teilnahm.

Seine Nachkommen verhelfen Belissimo M zu einer führenden Position in der Zuchtwertschätzung. Sein FN-Zuchtwert liegt bei 135, der Hannoveraner-Zuchtwert bei 136. Knapp 100 Söhne und Töchter wurden auf Auktionen in Verden versteigert. 80 seiner Töchter wurden bislang mit einer Prämie ausgezeichnet, 27 Söhne für Hannover gekört. Seit vier Jahren steht der Rheinländer auf dem Gestüt Westfalenhof in Steinhagen im züchterischen Einsatz.

Dieter Niesar freute sich nicht nur, „seinen“ Hengst wiederzusehen, sondern erhielt außerdem ein Ölgemälde des Künstlers Manfred Busemann und einen gutdotierten Scheck. Gemeinsam mit der R+V/Vereinigte Tierversicherung zeichnet der Hannoveraner Verband seit 1992 einen bedeutenden Hannoveraner Hengst aus.

Drei Prämienhengste aus dem Rheinland

Auch ansonsten war die Körung in Hannover aus rheinischer Sicht ein Erfolg. Sieben der insgesamt knapp 100 Köraspiranten hatten das Licht der Welt im Rheinland erblickt – vier davon erhielten schlussendlich das begehrte Prädikat „gekört“, von denen wiederum drei als Prämienhengste gefeiert wurden.

Gekört und prämiert wurde die Katalognummer 78, ein rheinischer Sohn von Lord Leatherdale – Boston aus der Zucht der ZG Pleines, Uedem, und dem Besitz von Sabine Rueben (Würselen). Schon bei der Vorstellung an der Hand sowie beim Longieren und Freilaufen hatte der lackschwarze Schönling viele Freunde gefunden. Entsprechend begehrt war der Rappe bei der Auktion im Rahmen des Hengstmarktes am Samstag. Schlussendlich ließ der Auktionator den Hammer bei stattlichen 800.000 Euro zum dritten und letzten Mal fallen. Diese Summe legten die Hengsthalter Schockemöhle und Helgstrand gemeinsam für den typvollen Rappen an – das Duo investierte etwas später auch den sensationellen Spitzenpreis von 2.010.000 Euro in die Katalognummer 97 von Vivaldi – Dancier aus der Zucht von Ulrike Buurman, Greifenstein. Ausgestellt wurde dieser Hengst von Ernst und Rosi Kemper, die Westfälin ist in der rheinischen Reitsportszene auch als Trainerin von Pony-Kaderreiterin Johanna Kullmann bekannt.

Als Besitzer der Katalognummer 94 hatte Helgstrand Dressage maßgeblichen Anteil an einem weiteren Erfolg eines im Rheinland geborenen Hengstes bei der Körung in Hannover: Der von Paul Paessens (Weeze) gezogene Veneno – Fidertanz – Sohn wurde ebenfalls gekört und prämiert. Der bewegungsstarke und ausdrucksvolle Braune stand im Rahmen des Hengstmarktes nicht zum Verkauf, sondern wird weiter bei seinem Besitzer in Dänemark gefördert.

Veneno – Fidertanz lautet auch die Abstammung der Katalognummer 95. Auch dieser imponierende von Roger Ballmann (St. Vith) gezogene und von Tobias Schult ausgestellte braune Hengst stand nicht zum Verkauf und verließ die Körung als gekörter Prämienhengst wieder Richtung Hünxe. Tobias Schult war auch Besitzer der Katalognummer 92, einem bunten Braunen (Züchter: Klaus Niemann, Petershagen), der ebenfalls das Prädikat „gekört“ erhielt. Beim Hengstmarkt erzielte der Veneno – Dimaggio – Sohn einen Zuschlagspreis von 120.000 Euro.

Nicht gekörte Hengste beim Hengstmarkt

Nicht gekört wurden die Katalognummern 70, 90 und 91. Der von Karl Dercks (Kranenburg) gezogene und vom Ferienhof Stücker (Weeze) ausgestellte Fürsten-Look – Sohn aus einer Lord Loxley-Mutter, der die Nummer 70 trug, erzielte beim Hengstmarkt einen Preis von 13.000 Euro. Für 18.000 Euro wurde ein rheinischer Veneno  – Fidertanz – Sohn zugeschlagen: Der braune Hengst mit der Nummer 91 entstammt der Zucht der Zuchtgemeinschaft Werth, die auch als Aussteller fungierte. Einen Veneno-Sohn hatte auch Hans-Dieter Erfkämper (Borken) zur Körung mitgebracht: Der aus einer De Niro – Mutter gezogene schwarzbraune Hengst, der bei der Station Schult in Hünxe aufgewachsen ist, erzielte im Rahmen des Hengstmarktes bei den nicht gekörten Hengsten einen Preis von 16.000 Euro.

Überragende Güte des Hengst – Jahrgangs 2016

„Diese Körung setzte neue Maßstäbe für die Zucht und für die Vermarktung und ist das Ergebnis der kontinuierlichen Entwicklungsarbeit im Hannoveraner Verband“, fasste Zuchtleiter Dr. Werner Schade am Ende der Körtage zusammen. Denn schon vor dem Hengstmarkt hatte sich bei der Körung auf der Dreiecksbahn, beim Longieren, beim Freispringen und Freilaufen die überragende Güte des Jahrgangs 2016 angekündigt. 93 hochkarätige Zweieinhalbjährige hatten sich der Körkommission gestellt. Insgesamt wurden 46 Dressurhengste gekört, von denen zwölf die Niedersachsenhalle als Prämienhengste verließen. Von den 14 gekörten Springhengsten wurden sieben mit einer Prämie ausgezeichnet. „Die Qualität war sehr hoch. Der Jahrgang präsentierte sich mit vielfältigen Blutlinien und sehr modernen Pferden“, sagte Körkommissarin Heike Kemmer. Und Hans-Heinrich Meyer zu Strohen fügte hinzu: „Der sehr hohe Qualitätsdurchschnitt hat sich täglich noch gesteigert.“

Hannoveraner Verband/PEMAG

Einen detaillierten Artikel über die Hannoveraner Hengstkörung und den Hengstmarkt gibt es in der Dezember-Ausgabe von Rheinlands Reiter+Pferde!

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Mehr Infos zur Hannoveraner Körung: www.hannoveraner.com


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