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28.04.2020 | News

Corona-Krise: Zeit für Erneuerungen beim iTS Turnierservice

Josef und Frank Westerkamp vom iTS Turnierservice nutzen die Corona-bedingte Auszeit, um neue Konzepte zu entwickeln.
Josef und Frank Westerkamp vom iTS Turnierservice nutzen die Corona-bedingte Auszeit, um neue Konzepte zu entwickeln.

Wenn in den nächsten Monaten keine Turniere stattfinden können, leiden darunter noch andere Berufszweige, wie zum Beispiel Turnierbüros, die eine Veranstaltung vor- und nachbereiten, die Meldestelle übernehmen und die Pferdeleistungsschau oft auch mit Anzeigetafeln, Zeitmessanalgen und Beschallungsanlagen technisch unterstützen. So wie beim iTS Turnierservice der Familie Westerkamp. 

iTS Turnierservice versucht langfristig zu planen

Zu den größten Anbietern im Rheinland gehört der iTS Turnierservice, der von Josef Westerkamp und seinem Sohn Frank geführt wird. „Als in Heinsberg die ersten Corona-Fälle auftraten, hat der erste Veranstalter, dessen Hallenturnier wir betreuen sollten, seine Veranstaltung abgesagt. Da zu diesem Zeitpunkt noch kein Kontaktverbot existierte, hat uns das erst einmal etwas verwundert”, erzählt Frank Westerkamp. Nach und nach häuften sich die Absagen und der Kalender des iTS Turnierservice wurde immer leerer. Hierbei bleibt das finanzielle Risiko jedoch bei Familie Westerkamp. „Nur wenn wir in Vorleistung gegangen sind, das heißt wir haben eine komplette Vorerfassung der Veranstaltung gemacht, haben wir dieses natürlich in Rechnung gestellt”, erklärt Josef Westerkamp. „Bei Absagen können wir den Veranstalter natürlich unterstützen, indem wir ihm die Listen aufbereiten, damit er auch die Nenngelder wieder problemlos zurückzahlen kann.”

Auch wenn sie derzeit meistens überhaupt kein Geld erhalten, versucht Familie Westerkamp in Krisenzeiten längerfristig zu planen: „Es ist uns lieber, wir berechnen dem Kunden nichts für das abgesagte Turnier und werden dafür nächstes Jahr wieder gebucht”, bekräftigt Frank Westerkamp. „Wir haben schließlich Kunden, mit denen wir schon seit Jahren zusammenarbeiten, da sind mittlerweile richtige Freundschaften draus entstanden. Da ist uns die Loyalität wichtiger als der schnelle Euro.“

Auch wenn es noch ungewiss ist, wie sich die Lage entwickelt, wurden die Turniere, die von dem iTS Turnierservice betreut werden, bis Ende August abgesagt. „Die Kunden haben uns angerufen, dass sie lieber im Vorfeld die Veranstaltung absagen, da sie in der aktuellen Lage ihre Sponsoren nicht dazu bewegen können, eine Prüfung zu übernehmen”, erzählt Seniorchef Josef Westerkamp. „Im Gegenzug werden manche Turniere, die wir betreuen, nun verschoben, sodass das Telefon momentan andauernd klingelt und wir momentan ständig alle Pläne über den Haufen werfen“, fügt sein Sohn hinzu.

Auch wenn die nächsten Monate in vieler Hinsicht eine Durststrecke für Josef und Frank Westerkamp sowie deren Mitarbeiter werden, haben sie jetzt die Gelegenheit, um durchzuatmen und sich neu auf dem Markt zu positionieren: „Wenn wir auf Turnieren unterwegs sind, entwickeln wir immer wieder neue Ideen, für deren Umsetzung aber leider oft die Zeit fehlt. Jetzt versuchen wir, neue Konzepte zu entwickeln und umzusetzen, damit wir, wenn die Turniersaison wieder losgeht, unseren Kunden noch mehr Service anbieten können”, erklärt Frank Westerkamp optimistisch.

Die Flinte nicht so schnell ins Korn werfen

„Wir hoffen ja immer noch, dass es im Spätsommer wieder los geht, obwohl unser Saisongeschäft ja dann eigentlich schon gelaufen ist”, so Josef Westerkamp, der sich auch um seine Mitarbeiter sorgt. „Die Situation ist bei uns auch nicht ganz so einfach wie sie vielleicht bei einem Einzelunternehmer ist, denn wir haben Angestellte, die beschäftigt werden müssen. Da wir momentan absolut keine Aufträge haben, mussten wir unsere Angestellten in Kurzarbeit schicken. Man kriegt natürlich Unterstützung vom Staat, aber wie lange will man davon leben? Meine Frau, mein Sohn und ich sind eigentlich immer sehr positiv eingestellte Menschen und bis jetzt ist immer noch alles gut gegangen. Von daher werfen wir die Flinte nicht so schnell ins Korn.” Genauso beurteilt sein Sohn die Lage: „Eine Frage muss man sich generell stellen: Steckt man bei einer Krise den Kopf in den Sand und bläst Trübsal oder macht man trotzdem weiter?”

Einen weiteren positiven Aspekt erwähnt Frank Westerkamp noch: „Wir haben sowieso zu fast allen unseren Kunden ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Aber ich habe den Eindruck, dass alle in dieser Zeit wirklich zusammenhalten. Das schafft Verbundenheit und ich hoffe, dass das auch nach dieser Krise anhält.”

Juliane Körner

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