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30.12.2016 | Zucht

Ein Tag im Rheinischen Pferdezentrum in Wickrath

Mit seinem Pferdezentrum in Wickrath führt der rheinische Zuchtverband seit Jahren einen traditionellen Dienstleistungsbetrieb für seine Züchter. Und auch nachdem das Rheinland mit Hannover fusionierte, wird auf Schloss Wickrath eine große Servicepalette für die Züchter des gesamten Verbandes angeboten.

Die Pferdehaltung auf dem geschichtsträchtigen Schlossgelände hat eine lange Tradition. Bereits 1794 nutzte die französische Besatzungsmacht das Schloss als Hengstdepot und im Jahr 1839 avancierte es zum Rheinischen Landgestüt. Dort entwickelte sich 1876 eine Hochburg der Kaltblutzucht. Als das Rheinische Pferdestammbuch 1892 gegründet wurde, betrug der Hengstbestand 100 Hengste. Bis 1911 war das Rheinische Pferdestammbuch in Wickrath ansässig, bevor es mit seinen Büros nach Bonn in die Landwirtschaftskammer Rheinland umzog. Und auch das Landgestüt schloss 1957 seine Tore. Erst 2002 verlegte das Rheinische Pferdestammbuch seinen Sitz wieder nach Wickrath – die Geburtsstunde des Pferdezentrums Schloss Wickrath! Von diesem Zeitpunkt an wurde nicht nur ein Teil der historischen Stallungen wieder in Betrieb genommen, sondern auch eine hochmoderne Veranstaltungshalle mit einer großen Tribüne, angeschlossenen Boxen, einer weiteren Reithalle sowie einem großen Veranstaltungsplatz gebaut. Mitten im Schlosspark ist so ein perfekter Ort für die Unterstützung der rheinischen Züchter und für unterschiedlichste Veranstaltungen geschaffen worden.

Verkaufspferde im Fokus

Florian Buck, der die Geschicke des Pferdezentrums leitet, ist mit seinem Team für die Betreuung der Pferde und Ponys, sowie der Kunden zuständig. „Unsere Hauptaufgabe ist das Anreiten und die Ausbildung der jungen Pferde, die für den Verkauf vorbereitet werden“, erzählt er aus seinem Arbeitsalltag. Das Team beginnt um 7:30 Uhr und ist in der Regel bis 17:00 Uhr im Einsatz. „Wie aber auch in jedem anderen Betrieb mit Pferden passen sich unsere Arbeitszeiten den Bedürfnissen unserer Vierbeiner und unserer Kunden an“, erklärt Buck. So haben Interessenten zum Beispiel am Wochenende die Möglichkeit, ihr potentielles neues Pferd in Ruhe zu testen. „Wir haben hier ständig um die 30 Pferde im Angebot, sodass wir vom ambitionierten Freizeitreiter bis hin zum anspruchsvollen Profi zahlreiche Kundenwünsche erfüllen können“, berichtet der Zentrumsleiter. Gemeinsam mit seinem Team, bestehend aus zwei Bereitern für den Dressurbereich, einem Bereiter für die Springpferde, einem Spezialisten für das Anreiten, einem Mitarbeiter für die Arbeiten am Boden und einer Reiterin für die Ponys, kümmert Buck sich um das tägliche Training der Vierbeiner. Hierfür gibt es einen festen Berittplan. „Es ist uns wichtig, dass die Verkaufspferde einen ständigen Bereiter haben, dem sie vertrauen“, erklärt Buck seine Philosophie. Dadurch, dass die Pferde regelmäßig von unterschiedlichen Kunden getestet werden, ist es ihm wichtig, dass sie ansonsten von einer festen Person trainiert werden. Dadurch kennen die Reiter ihre Pferde gut und können den potentiellen Käufern ausführliche Auskünfte über den Charakter und die Reiteigenschaften geben. „Wir streben immer danach, den Kunden ein perfekt passendes Pferd anzubieten“, erzählt Buck, der in der Regel durch ein Vorgespräch mit den Interessenten eine entsprechende Vorauswahl trifft. Die Käufer haben in Wickrath die Möglichkeit, gleich mehrere passende Pferde zu testen. Dabei steht das gesamte Team beratend zur Seite und auch nach dem Kauf werden die neuen Paare nicht alleine gelassen. Im „After-Sales-Service“ besteht die Möglichkeit der weiteren Betreuung, damit die Kunden die Pferde in ihrer gewohnten Umgebung kennenlernen können. Außerdem ist Buck bei eventuellen Transportformalitäten behilflich. „Einige Pferde gehen jedes Jahr ins Ausland. Da helfen wir natürlich gerne beim reibungslosen Ablauf“, so Buck. Einige ausländische Kunden vertrauen dem Team aus Wickrath so sehr, dass sie die Pferde teilweise gar nicht selber testen, sondern per Video begutachten und sich dann auf die Empfehlung des Teams verlassen. „Jedes Jahr werden hier ungefähr 100 Pferde verkauft. Aktuell ist die Nachfrage sogar deutlich höher als das Angebot“, konstatiert der Zentrumsleiter. Deshalb führt das Pferdezentrum eine Kundenwunschliste und ist stets auf der Suche nach gut gerittenen Pferden und Ponys. Auch Ponys, die das eigentliche Ponymaß überschritten haben, erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Kunden. Sobald das passende Pferd dann im Angebot ist, werden die Interessenten informiert. Von jedem Verkaufspferd werden Röntgenbilder angefertigt, bevor die Pferde in Wickrath angeboten werden. Ist daran nichts zu beanstanden, werden die Vierbeiner zunächst einige Tage von den Bereitern getestet. „Die Verkaufspferde müssen so geritten sein, dass man die Kunden gefahrlos draufsetzen kann. Hierfür müssen wir sie gut kennen“, betont Buck. So kann der Zentrumsleiter die Interessenten entsprechend beraten und im Zweifel auch mal von einem Kauf abraten: „Wir wollen schließlich, dass unsere Kunden das für sie passende Pferd bekommen und damit am Ende auch lange Zeit zufrieden sind.“ Und auch zu den Pferdebesitzern pflegt Florian Buck einen entsprechenden Kontakt. Jedes Pferd bekommt in Wickrath seine Chance, es wird aber auch offen mit den Besitzern gesprochen, falls es mal zu Problemen kommt. So entstehen keine unnötigen Kosten für die Besitzer, denn am Ende sollen natürlich auch sie zufrieden sein.

Professionelle Prüfungsvorbereitung

Reine Pensionspferde gibt es auf Schloss Wickrath nicht. „Pensionspferde und Reitunterricht würden nur den Betriebsablauf stören“, so Buck. Neben dem Verkauf von Pferden und Ponys nutzen einige Züchter auch das Angebot, ihre Vierbeiner in Wickrath anreiten zu lassen. Renee Schacht ist für sein besonderes Händchen für junge Pferde bekannt und hat schon zahlreiche junge Sportler auf den richtigen Weg gebracht.

Und auch die Vorbereitung von Hengsten für die Körung ist ein Teil des Angebots in Wickrath. Vom Shetlandpony über Haflinger und Norweger, Deutsche Reitponys bis hin zum Warmbluthengst, kümmert sich das Team in Zusammenarbeit mit den rheinischen Jungzüchtern um die optimale Vorbereitung der angehenden Deckhengste.

Zusätzlich werden junge Stuten im Pferdezentrum betreut und auf ihrem Weg zur Stutenleistungsprüfung und zur Stutenschau begleitet. Außerdem findet jährlich eine Stationsprüfung statt.

Während das Team im täglichen Betriebsablauf in der Regel die Nachwuchspferde trainiert und fast täglich Kunden betreut, ergänzen unterschiedliche Veranstaltungen den Arbeitsalltag. „Je nach Veranstaltung ist unser Team in verschiedenen Bereichen im Einsatz“, erzählt Florian Buck. So bereiten die Zentrumsreiter zum Beispiel Pferde für die Verdener Auktionen vor. Bis zu sechs Auswahltermine finden hierfür jedes Jahr in Wickrath statt. Das Team ist dann nicht nur für den organisatorischen Ablauf zuständig, sondern stellt der Auswahlkommission auch unterschiedliche Vierbeiner vor.

Und wenn es die Zeit zulässt und die passenden Pferde in den Stallungen beheimatet sind, fahren die Zentrumsreiter zusätzlich noch mit ihren Schützlingen zum Turnier. So wird den rheinischen Züchtern und Pferdefreunden ein breit gefächertes, professionell betreutes Angebot offeriert, welches sie zu interessanten Konditionen nutzen können.


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