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15.12.2009 | Artikelarchiv

Es werde Licht!

Licht ist mehr als nur Helligkeit. Licht ist Leben, Motor, Medizin. Licht prägt das Leben auf der Erde, die Gemütsverfassung, die Vitalität und die Gesundheit aller Lebewesen! Und: Licht kann auf die unterschiedlichste Weise heilen helfen.

Pferde weisen als ehemalige Steppentiere einen hohen Lichtbedarf auf. Aufgrund der Evolutionsgeschichte hat das natürliche Spektrum des Sonnenlichts einen starken Einfluss auf den gesamten Stoffwechsel, die Gesundheit, das Wohlbefinden und Verhalten des Pferdes.

Pferde brauchen als ehemalige Steppentiere Luft und Licht – und zwar zu jeder Jahreszeit. 80 Lux, das ist das Mindestmaß an Licht, das Pferde für ihr Wohlergehen brauchen.

Gerade in Aufzuchtsbetrieben ist die ausreichende Lichtversorgung während der Aufstallperiode jedoch ein eher dunkles Kapitel. Nicht selten dienen fast oder ganz fensterlose Verschläge, in denen Frischluft und Tageslicht Mangelware sind, zum Überwintern. Und selbst wenn sich einige Lichtstrahlen durchs Fensterglas mogeln, gesundheitsfördernd ist das noch lange nicht, denn Licht ist nicht gleich Licht! Fachfrau Dr. Stefanie Walker dazu: „Fensterglas hält die ultravioletten Strahlen des Lichts fast komplett auf. Somit ist die biologische Wirksamkeit eines solchen Lichteinfalls gleich Null.“ Das wirkt sich negativ auf die Gesamtkonstitution der Pferde aus. Konkreten Einfluss hat natürliches Licht nicht nur auf das subjektive Wohlgefühl des Pferdes, sondern beispielsweise auch auf die Gelenksentwicklung und –gesundheit. Dr. Walker: „UV-Strahlen fördern das Wachstum und sind beteiligt am Knochen- und Muskelstoffwechsel. Die UV-Strahlung aktiviert das Vitamin D3. Dieses ist wichtig für das Wachstum und reguliert im Besonderen den Calcium- und Phosphorstoffwechsel. Ein Mangel beziehungsweise Überschuss dieser Mineralstoffe wirkt sich negativ auf das Knochenwachstum (Knochenweiche) und damit auch auf den Gelenkapparat aus. Das Lichtbedürfnis wird also nur über genügend Auslauf an der frischen Luft befriedigt.“

Veterinär Dr. Helmut Ende ist sicher, auch in der dunklen Jahreszeit gibt es grundsätzlich genügend Licht, denn: „Trotz Nebel beispielsweise gibt es am Tag ausreichend Licht.“ Soll heißen: Bekommen die Pferde im Herbst und Winter ihren Auslauf, dann kann es bewölkt sein, regnerisch oder auch schon mal dauer-dämmern, die Lichtmenge, die es draußen während der kalten Zeit gibt, reicht aus. Der Veterinär, der mit seinem „begehbaren Pferd“ Interessierten auf großen Veranstaltungen das Innenleben des Pferdekörper anschaulich näher bringt, weiß: „Sicher sind viele Hormone Licht gesteuert. Bei Pferden sind das in erster Linie die Geschlechtshormone. Deshalb sind die Pferde ja auch im Frühjahr/Sommer geschlechts-aktiv.“ Wissenschaftliche Studien stützen diese Aussage und belegen, dass die Fortpflanzungsfähigkeit der Stute in engem Zusammenhang mit der Tageslichtdauer steht.

Sonnige Zeiten

Ob nach dem Abduschen oder nach schweißtreibender Arbeit, das Pferdesolarium eignet sich bestens zur „Trockenlegung“ in entspanntem Rahmen: Dabei stehen – selbst beim blassen Schimmel – keinerlei Bräunungsabsichten im Vordergrund, sondern einige erwärmende Momente im Sonnenlicht aus der Steckdose. Diese Sonne auf Knopfdruck, so meinen viele Reiter, erhalten sie, sobald sie ihr Pferd unters Solarium stellen und ihm damit Gutes tun wollen. Doch obwohl hell und warm, so erfüllen doch nicht alle Solarien die Anforderungen an eine gesunde und vitalisierende Lichtquelle. Diese muss nämlich – um an das himmlische Vorbild hinanzureichen – alle Anteile der spektralen Strahlungsflussverteilung der natürlichen Sonne enthalten, an welche die Pferde schließlich seit Millionen von Jahren gewöhnt und angepasst sind. Zum Vollspektrum der Sonne zählt unter anderem der obere Bereich des mittelwelligen UV-B, das langwellige UV-A , kurzwelliges Infrarot (IR-A), das mittel- und langwellige Infrarot (IR-B/C) sowie das sehr gut sichtbare Spektrallicht. Ist diese genannte Strahlungsvielfalt in der künstlichen Höhensonne vorhanden, so wirkt sich das nachgemachte sonnige Licht in seiner biologischen Wirkung durchaus positiv auf den Pferdeorganismus aus: Die lichte Bestrahlung stärkt unter anderem das Immunsystem und sorgt dadurch für eine Erhöhung der körpereigenen Widerstandskraft. Die Kapillaren werden erweitert, die Durchblutung angeregt und der Kreislauf stabilisiert. Der Muskeltonus nimmt zu. Auch eine Verbesserung des Blutbildes kann erfolgen. Im Zuge der Ankurbelung der Hormone kommt es sowohl bei Hengsten als auch bei Stuten zu einer erhöhten Fruchtbarkeit. Schlackenstoffe werden zügig abtransportiert, Milchsäure, wie sie nach starker Trainingsbeanspruchung in erhöhtem Maße vorkommt, schnell abgebaut.

Wichtig für Wirkung und Wohlfühleffekt ist, dass das Solarium nicht zu dicht über dem Pferdekörper hängt, sondern dass ein Mindestabstand von rund 50 Zentimetern eingehalten wird. Denn die Pferde sollen ja nicht getoastet, sondern sanft gewärmt werden. Als Besonnungszeit empfehlen Experten eine Zeitspanne zwischen zehn und 15 Minuten. Auch die Form des Sonnenspenders ist von Bedeutung. Eine ergonomische Wölbung ermöglicht den ausgesendeten Strahlen möglichst viel vom Pferdekörper zu treffen. Nur so umfängt die wohlige und heilende Sonne größtmögliche Teile des Pferderumpfes. An Stelle des Solariums benutzen manche Pferdehalter einen Pferdeföhn, der zwar eine rasche und schonende Trocknung des Pferdes gewährleistet. Aber: Ihm fehlen eben die gesundheitsförderlichen Licht-Effekte. Bewährt in der Praxis haben sich deshalb Kombi-Geräte aus Solarium und Warmluftdusche. Durch die gleichmäßige Luftzirkulation wird das Pferd in Gänze getrocknet und gewärmt. Auch die Bauchpartie bekommt dabei seinen wichtigen Teil an wohliger Wärme ab. Ein Wärmestau wird durch die Umluft verhindert.

Und ein wenig Technik…

In der Regel müssen die Infrarotstrahler nach rund 6.000 und die Sonnenstrahler nach 1.500 Betriebsstunden ausgewechselt werden, denn dann verlieren sie an Stärke. Gefährlich sind die alten Strahler zwar nicht, aber eben in ihrer UVLeistung nur noch halb so wirkungsvoll wie frische. Ein intaktes Solarium schafft gut und gern bis zu 20 Pferde am Tag – vorausgesetzt sie überschreiten ihre gesunde Besonnungszeit nicht.

Hauptsache Licht

Phototherapie heißt das Zauberwort, wenn es darum geht Hautkrankheiten, wie beispielsweise Ekzeme, Mauke, Pilzinfektionen, Hautdefekte etc. nebenwirkungsfrei zu behandeln.

Viele Methoden, die zumeist quälenden Erkrankungen zu heilen, waren bis dato auf dem Markt. Das bisher angebotene Behandlungsspektrum reicht von der äußerlichen Anwendung in Form von diversen Salben bis hin zur Gabe von Cortison und Antibiotika. Diese Mittel sind selten ohne Nebenwirkung und bergen darüber hinaus immer auch eine Dopingproblematik. Anders hingegen die Phototherapie, die in modernen Tierkliniken und gut ausgerüsteten Ställen nun immer stärker zum Einsatz kommt. Hier heilt man mit einem rein physikalischen Verfahren ohne das Risiko von Nebenwirkungen. Hier nämlich agiert man mit Licht.

Die Phototherapie ist ein Behandlungsverfahren, das im Prinzip schon seit vielen Jahrhunderten bekannt und bewährt ist. War es zunächst nur das natürliche Sonnenlicht, das als natürliche Strahlungsquelle zu therapeutischen Zwecken genutzt wurde, so kamen mit der Zeit Apparaturen quasi als „künstliche Sonnen“ hinzu. Rasant ist dabei die Entwicklung der therapeutischen Geräte. Diese sendeten früher das gesamte Ultra-Violett-Spektrum aus und konnten deshalb nur für minimale Behandlungsintervalle genutzt werden. Ansonsten drohten Verbrennungen. Inzwischen ist die Technik so optimiert, dass die Behandlungsgeräte nur noch das gewünschte UVSpektrum ausstrahlen und deshalb länger und ohne unerwünschte Nebenwirkung eingesetzt werden können.

Diplom-Physiker Peter Saalmann dazu: „Die positive Wirkung von Sonnenlicht auf Körper und Seele ist allgemein bekannt. Das Lichtspektrum der Sonne bietet bestimmte Wellenlängen mit unterschiedlichen Wirkungen. Der Wellenlängenbereich, der den Übergangsbereich zwischen UV-B und UV-C darstellt, ist speziell für die Behandlung von Sommerekzemen und anderen Hautkrankheiten wie Mauke oder Hautpilz ausgelegt. Durch das kurze Belichten der betroffenen Hautstellen mit speziellen Geräten werden Bakterien abgetötet und das Immunsystem wird gestärkt. So wird der Juckreiz gelindert, die Haut kann sich regenerieren und viel schneller abheilen.“

Gesund mit Farbe

Bunt macht gesund, so das Motto der Farblicht-Therapie, die als alternative Behandlungsweise mittlerweile auch in der Tiermedizin Einzug gehalten hat. Tiere, so die Erfahrung, sprechen auf diese einfache und stressfreie farbtherapeutische Anwendung gut an. Im Rahmen der Therapie werden die Pferde entweder mit einer farbigen Glühlampe bestrahlt, oder es wird Transparentpapier in der jeweiligen Farbe an einem Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung befestigt. Das Tier kann sich frei bewegen und es wird ihm selbst überlassen, wie lange es sich im Lichtschein aufhalten will. Die Farblichttherapie verfolgt den ganzheitlichen Heilungsansatz, nachdem Krankheit immer mit einem energetischen Ungleichgewicht zu erklären ist. Hier kann die Farblichttherapie ausgleichend wirken.

Energetische Störungen am Bewegungsapparat, in den Körperfunktionen und im Verhalten sollen durch farbiges Licht positiv beeinflusst werden können, insofern dass ihre spezifische Energie harmonisierende, heilende und aufbauende Kräfte vermittelt.

Die Farblicht-Therapie basiert auf der Nutzung spezifischer Schwingungsfrequenzen der Spektralfarben. Den diversen Farben werden aufgrund ihrer individuellen Wellenlänge spezifische energetische Heilwirkungen zuerkannt: Gedämpfte Töne wie blau, grün, violett wirken harmonisierend, dämpfen dort, wo zu viele Energie ist und beleben dort, wo zu wenig Energie ist. Helle Farben wecken die Lebensgeister, wirken aktivierend, stärken die Nerven und verbessern die Lernbereitschaft. Wichtige Applikationspunkte sind bei der Farblicht-Therapie bekannte Akupunkturpunkte.

Sonne satt…

…gegen Pilz

Sie hassen Sonne und sie lieben das feuchte Dunkel: Die Rede ist von Pilzen, die jedes Pferd von Zeit zu Zeit befallen. Wollen Sie dem ungebetenen Schädling den Garaus machen, und zwar ohne teure Medikamente, dann gönnen Sie dem Pferdefell eine Sonnen-Kur. Draußen an der frischen Luft trifft der Pilz auf seinen größten Feind: das UVLicht. Gehen Sie also zum Putzen raus ins Freie und sorgen Sie dafür, dass Ihr Pferd so gut es geht ohne Decke für einige Stunden auf die Weide kommt. So geht es dem Pilz an den Kragen. Ganz natürlich.

…für Fruchtbarkeit

Der Hormonhaushalt der Stuten ist tageslicht- und temperaturabhängig. Nach einer Rossepause während des Winters beginnen sie im Frühling wieder zu rossen. In einem lichtdurchfluteten, warmen und trockenen Frühjahr sind die Stuten deutlich fruchtbarer als in einem nasskalten Frühling ohne Sonne.

… gegen traurige Pferde

Wussten Sie, dass auch Pferde „depressiv“ sein können? Ein Mangel an Sonnenlicht kann erwiesener Maßen zu Stimmungs- und Leistungstiefs führen. Lassen Sie also die Sonne in Ihren Stall. Fensterflächen sollten laut Richtwert mindestens einen Quadratmeter pro Pferd betragen. Noch besser sind selbstverständlich freie Öffnungen ins natürliche Licht, wie der Zugang zum begehbaren Paddock. Lichtmangel bewirkt zudem eine schnellere Ermüdbarkeit, Wachstums- und Fruchtbarkeitsstörungen, die Abnahme roter Blutkörperchen, Störungen des Fett-, Eiweiss- und Kohlenhydratstoffwechsels sowie vermehrte Wassereinlagerungen.

Strahlende Info

Das Licht der Sonne setzt sich aus verschiedenen Strahlungen zusammen, die unterschiedliche Wellenlängen besitzen. Diese Wellenlänge wird in Nanometern (nm) gemessen. Ein Nanometer entspricht einem Milliardstel Meter – ist also unvorstellbar kurz. Im Bezug auf die Wellenlänge gilt: Je kürzer diese ist desto energiereicher und auch risikoreicher ist die Strahlung.

Von dem auf die Erde treffenden Sonnenlicht zählt man 7 Prozent zum kurzwelligen ultraviolettes Licht (UV) und 45 Prozent zum langwelligen infraroten Licht (IR), welches auch als Wärmestrahlung bekannt ist. Diese beiden Lichtarten sind für Mensch und Pferd nicht sichtbar. 48 Prozent der Sonnenstrahlung gehören zum sichtbaren Licht.

Die Wirkungen der verschiedenen Lichtformen auf den Organismus sind sehr unterschiedlich. Das Infrarot- Licht hat vor allem eine wärmende Wirkung. Und wie wir wissen tut Wärme gut. Nicht nur uns Menschen sondern auch unseren Pferden. So kann Wärme bekanntlich Verkrampfungen lösen, Schmerzen lindern oder einfach nur wohltuend entspannend wirken.

Das UV-Licht ist besonders durch die Wirkungen auf die Haut gekennzeichnet. Eine Bestrahlung kann das Immunsystem in den oberen Hautschichten beruhigen. Dies ist zum Beispiel bei allergischen Erkrankungen wie Ekzemen wichtig, da sie auf einem überaktiven Immunsystem beruhen. Auch entzündliche Hauterkrankungen lassen sich dadurch mildern.

UV-A-Strahlen: Wellenlänge 315-400 nm
Sichtbares Licht: Wellenlänge 400-780 nm
Infrarot-Strahlung: Wellenlänge 780-5000 nm

Jessica Kaup


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