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06.01.2020 | News

Gahlen: Felix Haßmann und Dieter Smitz zum Abschluss vorn

Vielversprechendes Jungtalent - Dieter Smitz gewann mit Cellato das Finale der Youngster-Tour in Gahlen. (Foto: Sophia Wehrmann)
Vielversprechendes Jungtalent – Dieter Smitz gewann mit Cellato das Finale der Youngster-Tour in Gahlen. (Foto: Sophia Wehrmann)

Gahlen 2020 ist Geschichte: Gratulationen gab es insbesondere für die Siegerin im Großen Preis, Angelique Rüsen, sowie für die Sieger und Platzierte der beiden letzten Prüfungen am Sonntag. Der Deutsche Meister Felix Haßmann gewann das Finale der Mittleren Tour im Preis der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe mit seinem bewährten Holsteiner Hengst Cayenne WZ, Dieter Smitz steuerte den Holsteiner Wallach Cellato zum Sieg im Finale der Nachwuchspferdeprüfung.

Smitz war voll des Lobes für seinen Holsteiner, der bereits als sechs und sieben Jahre altes Pferd reihenweise Siege und Platzierungen gesammelt hat, aber auch für das Hallenreitturnier in Gahlen. „Ich bin ja zum ersten Mal hier gewesen, hatte schon viel davon gehört und mir gedacht – na fährst du auch mal hin”, so der Profi, „und ich war echt begeistert, was hier los ist. Am Samstagabend so eine tolle Stimmung, viele Zuschauer – also echt – Kompliment!” Gahlens Turnier hat damit einen Fan mehr gewonnen. Der prestigeträchtige Große Preis der Automobilgruppe Köpper, die feine Show von Mathhes Roeckener, der von Schwester Lisa unterstützt wurde und dann das spannende Barrierenspringen hielten die Besucher bis zur letzten Sekunde auf den Plätzen.

Angelique Rüsen schnappt sich den Großen Preis in Gahlen

Die 28-jährige Springreiterin Angelique Rüsen hat den Großen Preis der Automobilgruppe Köpper in Gahlen gewonnen. Mit dem erst acht Jahre alten Holsteiner Calvino lieferte die Bereiterin im Stall Ahlmann in Marl in 37,68 Sekunden eine “echte Marke” für die folgenden Paare ab. An dieser Zeit arbeiteten sich die Kollegen und Kolleginnen vergeblich ab. Am dichtesten war Toni Haßmann mit Contendrix “dran” in 37,88 Sekunden.

Für Rüsen, die aus dem hessischen Herborn stammt und kurz vor Weihnachten Platz zwei im Großen Preis von Frankfurt belegte, ist es der erste Sieg im Großen Preis in Gahlen und der dritte Sieg in Folge durch eine Amazone. „Ich bin so stolz auf das Pferd”, lachte Rüsen, „wir haben erst einen Tag vorher entschieden, dass Calvino im Großen Preis gehen soll.” Gefreut haben dürfte sich auch ihr Chef Christian Ahlmann, der mit seiner Familie Urlaub macht, bevor es mit der Weltcup-Saison im Olympiajahr weitergeht. Sieben von 38 Startern erreichten das Stechen der Drei-Sterne-S-Prüfung, darunter auch Felix Haßmann und Markus Renzel und bescherten den Zuschauern auf den voll besetzten Tribünen eine hochspannende Prüfung.

Bocellis Abschied

Der 17 Jahre alte Bocelli wirkte zumindest am Anfang etwas irritiert: Marc Boes ritt den Wallach in die Halle mit all den Hindernissen für den Großen Preis, doch anstelle von Tempo und Springen gab es gleich Applaus und dann den Sattel und das Zaumzeug herunter. Bocelli ist jetzt ganz offiziell in „Sportrente” und zieht um zu seinem Züchter Manfred Hornbogen nach Krawinkel/ Sachsen-Anhalt. das Ehepaar Hornbogen war extra angereist, um “ihren” Bocelli dann mit nach Hause zu nehmen. „Mir ist die Entscheidung nicht schwergefallen”, sagt Boes, “das Wichtigste war für mich, dass ich ihn gesund und fit aus dem Sport entlasse und nicht erst, wenn er nicht mehr wirklich kann. Das finde ich nicht richtig.” Ein Ersatz für den Wallach, der inzwischen über 170 Platzierungen in den Klassen M und S bis zum Drei-Sterne-Niveau hat, wird nach Angaben seines Reiter „schwer, da müssen wir mal abwarten”. Riesig gefreut hat sich der belgische Nationenpreisreiter, weil Ehefrau Iva in Gahlen dabei war. Die bei einem Unfall in einem Paddock schwer verletzte Iva Boes ist nach monatelangem Krankenhaus-Aufenthalt auf dem Weg der Besserung und gerade erst wieder nach Hause entlassen worden.

Hengstschau kam gut an

Zufriedenheit dominierte am Sonntagvormittag, denn die Frage, wie die Zuschauer und Züchter nach acht Jahren Hengstschaupause das Comeback der Hengste aufnehmen würden, beschäftigte auch Gahlens Turniermacher. Mit den Füssen stimmten die Besucher ab, kamen in Scharen und genossen einen sehr kurzweiligen und exklusiven Ausblick auf junge und arrivierte Hengste aus renommierten Stationen und auf Warendorfer Landbeschäler. Kommentiert von den Stationsinhabern und Ausbildern selbst und begleitet von Volker Raulf. Da schwärmte Markus Renzel ausführlich von Junghengsten, fassten Wilhelm Holkenbrink, Jo Hinnemann u.a. ihre Zuchtphilosophie selbst zusammen und gaben Einblick in die angestrebten Ausbildungswege.

Rund 8000 Besucher und Blick in die Zukunft

Christiane Rittmann, Vereinsvorsitzende des RV Lippe-Bruch Gahlen: „Es haben sich viele Hengsthalter wirklich gefreut, dass wir diese Schau wieder anbieten und das tatsächlich so viele Zuschauer gekommen waren.” Für Rittmann und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter geht es jetzt nach dreieinhalb Tagen mit 16 Prüfungen, Hengstschau und rund 8000 Besuchern ums Aufräumen und dann richtet sich der Blick auf 2021. „Ich glaube wirklich, dass wir schöne Turniertage hatten, einen tollen Samstag und eine gute Hengstschau. Ich denke aber auch, dass wir uns über den Freitagabend Gedanken machen werden. Da sind Ideen gefragt.” Ausgewertet werden sollen dann auch die Erfahrungen mit den erstmals angebotenen Sitzplatzreservierungen.

 

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