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15.10.2020 | News

Mitgliederversammlung Rheinisches Pferdestammbuch: Neue Beiträge beschlossen

Die Vorsitzenden des Rheinischen Pferdestammbuchs, Theodor Leuchten und Jörg Zahn, überreichten dem scheidenden Geschäftsführer Fabio Ladwig bei der Mitgliederversammlung eine Rehkrone als Erinnerung an die Zeit in Wickrath.
Die Vorsitzenden des Rheinischen Pferdestammbuchs, Theodor Leuchten und Jörg Zahn, überreichten dem scheidenden Geschäftsführer Fabio Ladwig bei der Mitgliederversammlung eine Rehkrone als Erinnerung an die Zeit in Wickrath.

Unter Corona-Bedingungen fand Mitte Oktober die gemeinsame Mitgliederversammlung des Rheinischen Pferdestammbuchs e.V. und des Bezirksverbands NRW im Hannoveraner Verband im Hotel van der Valk in Moers statt. Theodor Leuchten, Vorsitzender des Rheinischen Pferdestammbuchs, und Hermann-Josef Thoenes, Vorsitzender des NRW-Bezirksverbands, freuten sich über ein trotz Pandemie reges Interesse der Züchter. Durch die Verschiebung der Mitgliederversammlung in den Oktober gaben die Verantwortlichen nicht nur Einblicke in Ereignisse, Zahlen und Erfolge des Jahres 2019, sondern hatten auch schon wichtige Entwicklungen im Jahr 2020 mit im Fokus.

„Wir haben wilde eineinhalb Jahre hinter uns, was den Hannoveraner Verband angeht. Doch ich bin mir sicher in der neuen Konstellation, bei der Zuchtleitung und Geschäftsführung voneinander getrennt sind, werden wir wieder in ruhigere Fahrwasser kommen“, so Hermann Josef-Thoenes, der sich freute, auch den neuen Präsidenten des Hannoveraner Verbandes, Dr. Hinni Lührs-Behnke, sowie den neuen Geschäftsführer, Wilken Treu, bei der Mitgliederversammlung begrüßen zu dürfen.

Doch nicht nur beim Hannoveraner Verband gab es personelle Wechsel, auch in Wickrath selbst hat das Team sich verändert. So ist Ulrich Dollbaum aufgrund betrieblicher Gründe aus den Diensten ausgeschieden und Irene Busen hat das Stammbuch verlassen. „Da sind wir immer noch ein bisschen traurig, aber wir müssen auch sagen: Die beiden neuen Damen, Dana Leske und Christina Gaube, machen einen super Job“, lobte Thoenes. „Ein herber Verlust ist natürlich, dass Fabio Ladwig uns nun wieder verlässt. Wir danken ihm für zweieinhalb Jahre vollen Einsatz, er hat in dieser schwierigen Zeit schon viel erreicht und geholfen, unseren ‚Laden‘ zukunftsfähig zu machen. Neben einem guten Geschäftsführer verlieren wir mit ihm aber auch schon einen guten Freund, die Zusammenarbeit war stets offen und harmonisch. Danke, Fabio!“ In den vergangenen Wochen habe man sich viel beraten, wie es weitergehen soll in Wickrath. „Heute haben wir uns aber endgültig dazu entschlossen, dass es ohne eine leitende Person in Wickrath nicht geht. Es wird in den nächsten zwei Wochen also eine Ausschreibung rausgehen, mit der wir hoffentlich einen neuen Mann – oder eine neue Frau – für das Pferdezentrum finden werden.“

Galopp durch die deutsche Pferdezucht 2019

Zahlen und Fakten zur deutschen Pferdezucht lieferte im Anschluss Theodor Leuchten. „Auch wenn wir hier offiziell vom Jahr 2019 sprechen, lassen wir 2020 bereits mit einfließen, denn das macht im Oktober natürlich mehr als Sinn.“ Im Bereich der Warmblutzucht freut sich die deutsche Pferdezucht derzeit über eine Stabilisierung. „2019 wurden sogar mehr Fohlen geboren als 2018, insgesamt nämlich über 25.000“, freute sich Leuchten, der auch als FN-Vizepräsident für den Bereich Zucht agiert. „Stellt man diese Zahl den Neu-Eintragungen an Turnierpferden gegenüber, die 2019 bei ca. 18.000 lag, dann stellt man fest: Das Angebot an Nachwuchspferden wird künftig fast nicht reichen, schließlich sind nicht alle als Turnierpferde geeignet. Wir Züchter dürfen daher also durchaus positiv in die Zukunft sehen!“

Weniger gut sehen dagegen die Zahlen in Bezug auf die Ponyzucht aus. „Hier haben wir bittere Rückgänge zu verzeichnen“, bedauerte Theodor Leuchten. Auch die Zahl der gekörten Hengste sei rückläufig. „Das ist allerdings ganz normal im Zuge der künstlichen Besamung.“ Eine eindringliche Bitte hatte der Vorsitzende allerdings noch an seine Züchter: „Achten Sie bei der Hengstauswahl darauf, leistungsgeprüfte Hengste einzusetzen. Die FN hat 2020 eine IPSOS-Studie in Auftrag gegeben zu der Frage, was die Menschen an ihren Pferden besonders schätzen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, ein guter Charakter sei das wichtigste, zuverlässig und entspannt müsse das Pferd sein. An zweiter Stelle stand die gute Beziehung zwischen Pferd und Reiter, erst an dritter Stelle wurden die Reiteigenschaften genannt. Quasi uninteressant war das Aussehen der Pferde. Diese Studie zeigt noch einmal, wie wichtig ein gutes Interieur ist – und über den Charakter und die Leistungsbereitschaft eines Hengstes geben die Leistungsprüfungen wertvolle Auskünfte!“

Beitragserhöhung beschlossen

Jahresbericht und Jahresrechnung wurden anschließend vom scheidenden Geschäftsführer Fabio Ladwig vorgestellt und erläutert. Der 30-Jährige gab dabei einen Überblick über die Entwicklung – zum Beispiel in Hinsicht auf die Zahl der eingetragenen Stuten und die Mitgliederzahlen – in mehreren vergangenen Jahren. Daneben stellte er die in 2019 vom Rheinischen Pferdestammbuch durchgeführten Events ebenso noch einmal kurz vor wie die größten Erfolge für den rheinischen Zuchtverband.

In Bezug auf die Jahresrechnung betonte Fabio Ladwig, wie wichtig dem Rheinischen Pferdestammbuch Transparenz und Integrität sei. „Wir haben ein schwieriges Jahr hinter uns, mussten viel verändern, um den Wandel vom analogen zum digitalen Verband zu vollziehen. Ein Wandel, der natürlich auch Geld gekostet hat.“ Zudem habe es durch die personellen Umstrukturierungen übergangsweise Doppelbesetzungen gegeben, führte er weitere Erklärungen für die Unterdeckung in Höhe von rund 100.000 Euro an. „Wir haben 2018 und 2019 bereits jeweils 50.000 Euro Kosten eingespart, das reicht aber noch nicht.“ Auch für 2020 ließe sich eine erneute Unterdeckung nicht vermeiden. „Das Rheinische Pferdestammbuch verfügt dennoch über gute Liquidität, aber um diese auch zu erhalten, muss natürlich etwas passieren.“ Alternativlos sei daher die Erhöhung der Beitrags- und Gebührenordnung. „Die Gebührenerhöhungen wurden bereits im Verbandsrat beschlossen, im Rahmen der Mitgliederversammlung müssen nun noch die Beitragsanpassungen beschlossen werden.“ 20 Jahre lang sei das Rheinische Pferdestammbuch mit Abstand der günstigste Zuchtverband gewesen. 20 Jahre liegt auch die letzte Beitragserhöhung zurück. „Im Vergleich zu anderen Zuchtverbänden sind unsere Beiträge aber auch nach dieser Erhöhung immer noch moderat.“ Entsprechend stimmten alle 32 stimmberechtigten Mitglieder anschließend einstimmig für die Erhöhung der Beiträge.

Ehrungen im Rahmen der Mitgliederversammlung

Für besondere züchterische Leistungen im Jahr 2019 wurden folgende Züchter im Rahmen der Mitgliederversammlung geehrt: 

Carl-Heinz und Margit Rettig (Großmaischaid) als Züchter von Keila vom Maischeiderland, die bei der Islandpferde-WM in Berlin 2019 Silber im Töltpreis T1, Bronze im Viergang V1 und Silber in der Viergangkombination gewann und damit zur erfolgreichsten deutschen Teilnehmerin avancierte.

Raphaela Rohm (Wesel) als Züchterin von Uranus d’Issel, der erfolgreich an der Deutschen Meisterschaft Working Equitation in der Klasse WS** teilgenommen hat.

Sonja Hendricks (Goch) als Züchterin von Sunshine Miss Dotty, die den dritten Platz bei der Connemara Pony Bundesschau in der Klasse der vier- und fünfjährigen Stuten erreichte.

Die Zuchtstätte Bäumken (Issum) als Züchter von Daddy Moon, der 2019 Deutscher Meister in der Ponydressur wurde und Teambronze bei der EM gewann sowie unter seiner Reiterin Rose Oatley 2020 EM-Einzelbronze holte.

Die Zuchtgemeinschaft Mölko als Züchter von Maverick, der beim Bundeschampionat der dreijährigen Reitponystuten und -wallache Bronze gewinnen konnte.

Das Gestüt zum Morgenstern/Lisa Henkes (Belgien) als Züchter von Morgensterns Dalai, der Bundessieger der Ponyhengste bei der Grünen Woche in Berlin 2019 wurde.

Die Zuchtgemeinschaft Hackländer (Wuppertal) als Züchter von Almsommer, der im Fahrsport bis zur Klasse M* im Zweispänner platziert ist und bei der FN-Bundeshengstschau Haflinger und Edelbluthaflinger 2019 mit der Bundesprämie ausgezeichnet wurde.

Patricia Decker (Simmerath) als Züchterin von Oak Tree Jason, der bei der Highland Pony Breed Show die Plätze vier und drei belegen konnte, und als Züchterin von Oak Tree Twilight, der 2019 Bundessieger der Dartmoorponys war und bei der FN-Bundeshengstschau der Robustponys die Bundesprämie verliehen bekam.

Willi Steigels (Erkelenz) als Züchter von Frenk, der die Hengstleistungsprüfung in Warendorf 2019 mit einer Endnote von 8,26 auf Platz drei beendete.

Die Zuchtgemeinschaft Goetzens-Post (Kempen) als Züchter von Mauro vom Lenzenhof, der die Hengstleistungsprüfung mit einer Endnote von 8,13 als viertbester Hengst beendete.

Dieter Huppers (Moers-Kapellen) als Züchter von Mydreams von DHK, die 2019 Bundessiegerstute der Deutschen Partbred-Shetland-Ponys über 87 cm wurde.

Dieter Pierkes (Euskirchen) als Züchter von Cracker Jack P, der im Fahrsport im Einspänner Hindernisfahren bis zur Klasse M platziert ist.

Josef Ruyter (Rees) als Züchter von Cascadello-Boy RM, der international in Springen bis zur Klasse platziert ist und beim Bundeschampionat der sechsjährigen Springpferde 2019 im Finale Fünfter wurde.

Die Zuchtgemeinschaft Wencek (Moers) als Züchter von Vanity Fair, die Platz vier beim Bundeschampionat der vierjährigen Reitpferde 2019 belegte. Die Auszeichnung nahm stellvertretend der Besitzer der Stute, Matthias Fieseler, entgegen.

Ehrungen in Abwesenheit

In Abwesenheit geehrt wurden anlässlich der Mitgliederversammlung außerdem folgende Züchter:

Walter Feldmann (Bad Honnef) als Züchter von Menor GPZ, Gesamtsieger Aegidienberger Materialprüfung mit einer Gesamtnote von 8,88, darunter eine 9,0 für den Tölt.

Peter Verhaag (Goch) als Züchter von Sunshine’s Nala, Gewinnerin der Bronzemedaille bei den sechsjährigen Springponys beim Bundeschampionat 2019.

Das Gestüt Bönniger / Ludwig Stassen (Tönisvorst) als Züchter des Triple-Europameisters in der Pony-Dressur 2019, Adriano B.

Ria Rijckaert (Belgien) als Züchterin von Aran van ter Beke, der international im Einspänner bis zur Klasse S platziert ist.

Hans Giesen (Odenthal) als Züchter von Sirko, der beim Fjord-Cup 2019 die L**-Kür auf Kandare gewinnen konnte und zum Sieger im Fjord-Dressur-Championat avancierte.

Volker Neuhaus (Mülheim) als Züchter von Peymann, der in der Dressur bis zur schweren Klasse siegreich ist und Prix St. Georges platziert ist.

Wolfgang Knopp (Kasbach) als Züchter von Bacardi vom Pfingsthof, der die Hengstleistungsprüfung als zweitbester Hengst mit einer Endnote von 8,68 beendete.

Sandra Birkigt (Hellenthal-Eichen) als Züchterin von Ramonshof Trouble, Ramonshof Tip Top und Ramonshof Triumph, die international im Fahrsport im Vierspänner bis zur Klasse S platziert sind.

Michael Schmidt (Korschenbroich) als Züchter von Golden Daylight, ebenfalls im Fahrsport bis zur schweren Klasse platziert.

Horst Metz (Wegberg) als Züchter von Tequila, der im Vierspänner internationale Siege bis zur schweren Klasse vorweisen kann.

Otmar Eckermann (Kranenburg) als Züchter der Weltmeisterin der jungen Springpferde 2019 und Vize-Bundeschampionesse der sechsjährigen Springpferde 2019, Chao Lee.

Heinrich Aarnink (Nordhorn) als Züchter von Divertido, der beim Bundeschampionat Vierter im Finale wurde.

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