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05.03.2019 | News

Nadia Ehnings ehemaliges Erfolgspferd Rainbow ist tot

Im letzten Jahr wurde der 30. Geburtstag von Rainbow gefeiert. Foto: privat
Im letzten Jahr wurde der 30. Geburtstag von Rainbow gefeiert. Foto: privat

Ein paar Wochen vor seinem 31. Geburtstag musste Ende Februar Rainbow eingeschläfert werden. An der Longe von Agnes Werhahn galoppierte der rheinische Wallach mit Nadia Ehning (geborene Zülow) und Janine Oswald auf dem Rücken zu etlichen nationalen wie internationalen Titeln und Medaillen im Voltigieren. Doch für Nadia Ehning war Rainbow deutlich mehr als „nur“ das Pferd, mit dem sie die meisten Erfolge in ihrer Voltigierkarriere erturnte. Denn der treue Braune mit der auffälligen Laterne und den weißen Wimpern trug sie nicht nur zu WM-, EM- und DM-Titeln, sondern er war ihr absolutes Herzenspferd.

Rainbow – das Pferd mit der besonderen Aura

Der Rheinblick-Sohn, den Johannes Arntz in Kleve aus einer Raphael-Mutter gezogen hatte, eroberte ihr Herz von Beginn an mit seinem extrem liebenswerten Charakter. „Ihn hat einfach stets eine ganz besondere Aura umgeben“, so Nadia Ehning und Agnes Werhahn unisono. „Auch wenn er nicht gerade das war, was man unter einem perfekten Voltigierpferd verstehen würde, sondern eher ein schwieriges Pferd an der Longe – auf ihn war dennoch immer Verlass. Und Nadia und Rainbow hatten seit jeher eine ganz besondere Beziehung zueinander“, erinnert sich Voltigiermeisterin Agnes Werhahn. „Egal in welchen ‚Hexenkessel‘ wir eingelaufen sind, Rainbow war immer zu 100 Prozent bei mir und ich musste auf ihm nie mit angezogener Handbremse voltigieren“, so Nadia Ehning, für die es deswegen auch niemals in Frage kam, auf ein anderes Pferd zu wechseln. „Nadia wurden im Laufe der Zeit verschiedene Pferde angeboten, aber sie ist ihrem Rainbow treu geblieben – und das bis zu dessen letztem Atemzug“, erzählt Agnes Werhahn. Denn seinen Ruhestand verbrachte Rainbow auf dem Hof der Familie Ehning in Borken, bei seiner Nadia, die täglich nach ihm sah und ihn gemeinsam mit ihren vier Kindern umsorgte. Zum 30. Geburtstag gab es sogar eine tolle Torte für Rainbow, der vor allem Möhren liebte. „In den letzten zwei Jahren, als er nicht mehr so kauen konnte, hat er Möhrensaft bekommen“, verrät Nadia Ehning. „Auch den hat er sehr geliebt.“ Doch der Reihe nach.

Rainbow’s Karriere im Voltigiersport

Rainbow kam im Jahr 1993 zum RSV Neuss-Grimlinghausen – weil Dressur, Springen und Vielseitigkeit nicht wirklich etwas für ihn waren. Im Voltigieren fand er dann aber schnell seine Bestimmung, so dass der Verein den Wallach gerne kaufen wollte. „Doch leider waren die Röntgenbilder nicht ganz so, wie man sie sich wünscht, so dass der Verein sich damals gegen einen Kauf entschieden hat“, erinnert sich die ehemalige Voltigierkönigin. Doch auch die Züchterfamilie Arentz hatte längt erkannt, wie glücklich ihr Pferd beim RSV und im Voltigiersport war. Somit entschieden sie sich, Rainbow dem Verein kostenfrei zur Verfügung zu stellen – mit der Option, ihn jederzeit wieder zu sich zu nehmen. „So etwas erlebt man nicht alle Tage, das war toll“, zollt Agnes Werhahn dieser Entscheidung auch heute noch großen Respekt. Mit ihr an der Longe wurde Rainbow fortan als Einzelvoltigierpferd eingesetzt – und das überaus erfolgreich. So gewann er nicht nur mit Nadia Ehning, sondern auch mit Janine Oswald mehrere nationale und internationale Medaillen. „Nach der WM 98, bei der Nadia Gold und Janine Bronze gewonnen hat, hat der Verein Rainbow dann doch gekauft“, erinnert sich Agnes Werhahn. „Das war einfach Ehrensache, der Sport tat ihm unheimlich gut und er gehörte zu unserer Volti-Familie“, ergänzt Nadia Ehning.

So galoppierte der auffällige Wallach im Voltigierzirkel von einem Erfolg zum nächsten –  insgesamt war er ganze fünf Jahre als internationales Championatspferd aktiv. Seine WM-Premiere feierte Rainbow 1996 mit Janine Oswald, hier gab es Bronze. 1998 sorgte der Rheinblick-Sohn dann gleich für zwei WM-Medaillen: Gold errang er mit Nadia Ehning, Bronze mit Janine Oswald. Und auch im Jahr 2000 war er es, der Nadia Ehning zum WM-Titel trug. Silber und Gold gab es darüber hinaus bei den Europameisterschaften 1997 und 1999. „Da treten die unzähligen DM-Medaillen, die er gewonnen hat, fast in den Hintergrund“, findet Nadia Ehning.

Zweite Karriere als Therapiepferd – Ruhestand bei Nadia Ehning

Nach dem Abschied aus dem Turniersport startete Rainbow schließlich seine zweite Karriere: „Er blieb dem Voltigiersport noch einige Zeit treu und lehrte den Anfängergruppen geduldig das Einmaleins des Voltigierens. Außerdem bewährte er sich vor allem als Therapiepferd für krebskranke, behinderte oder verhaltensauffällige Kinder. Auch hier hat er viele Menschen durch seinen einmaligen Charakter und seine Aura, seine ruhige Art und seine Ausstrahlung glücklich gemacht“, verrät Nadia Ehning, die stets den Kontakt zu ihrem Herzenspferd aufrecht hielt. So war es für sie auch keine Frage, dass Rainbow seine Rente bei ihr verbringen sollte. „Er war hier der Ziehvater für unsere Fohlen, Bespaßer für die Ponys und Glücklichmacher für alle! Ich danke meinem Mann Marcus für sein Verständnis, als ich Rainbow zu uns holen wollte. Er wusste einfach, dass er zu mir gehört. Ich danke aber auch Agnes Werhahn für ihr Vertrauen in all den gemeinsamen Jahren – und vor allem danke ich ihr dafür, dass sie Rainbows Grenzen erkannt und stets geachtet hat. Ich bin traurig über Rainbows Tod, aber zugleich auch sehr glücklich, dass er so ein tolles und unkompliziertes Leben hatte und das bis ganz zum Schluss!“

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