15.09.2009 | Artikelarchiv

Spitzer Halt auf Schritt und Tritt

Nicht nur Turnierreiter brauchen sie, auch Freizeitreiter tun gut daran, ihren Pferden bei widrigen Bodenverhältnissen mittels Stollen Halt zu geben. Egal ob im Hufeisen oder unter dem Hufschuh, Stollen sorgen auf rutschigem Untergrund für sichere Bodenhaftung. Die Auswahl an Stahlstiften ist riesig. Der Bedarf an den diversen Modellen ebenfalls. Schließlich soll das Pferd auf jedem Boden trittfest marschieren.

Normal reicht

Zur Grundausrüstung im Sportbereich bis zur Klasse L gehören Stollen im Größenbereich zwischen zehn und 20 Millimeter Höhe in gängiger Kegelform. Haben Sie je einen Satz kurzer, mittlerer und langer Kegelstollen in Ihrem Besitz, sind Sie für den Normalfall gut gerüstet. „Diese Stollen kann man immer und überall einsetzen. Sie sind normal und harmlos“, so Reinhold Hepp, seines Zeichens Präzisionsdrehtechniker und einer von Deutschlands innovativen Stollenherstellern.

Auch Stollen im Bereich zwischen 20 und 30 Millimeter Höhe können bei rutschigem Boden angezeigt sein. Darüber hinaus allerdings ist Vorsicht geboten: „Ab 30 Millimeter Höhe scheiden sich die Geister“, gibt Reinhold Hepp zu bedenken und kann nicht verstehen, dass man den Pferden „Mordwaffen“ von 35 Millimeter Länge in die Hufe schraubt. Pro Huf empfiehlt er im Sportbereich bis L zwei Stollenlöcher: „Je mehr Stollen Sie reinschrauben, desto stärkere Kräfte wirken auf das Pferd, stoppen den Bewegungsfluss und strapazieren die Gelenke dementsprechend. Im Spitzensport allerdings können drei Löcher pro Huf – insbesondere hinten – den nötigen Halt und die Griffigkeit für ein kraftvolles Abfußen gewährleisten.“

Den Einsatz von Stollen auf allen Rasen- oder Wiesenplätzen hält Hepp für ein aller erstes Gebot der Sicherheit: „Es ist unverantwortlich, wenn beispielsweise Eltern ihre Kinder ohne Stollen in ein E- oder A-Springen schicken. Hier passiert so viel.“ Aber auch Dressurreiter oder Reiterwettbewerbsteilnehmer sollten auf einem Pferd mit Eisenbeschlag auf einen zumindest flachen Gleitschutz nicht verzichten. Diesen Ratschlag erteilt auch Springprofi Daniel Heuer, Chefbereiter am renommierten Gestüt Famos: „Grundsätzlich sollte auf Grasboden immer mit Stollen geritten werden und zwar nicht nur im Parcours, sondern auch im Reiterwettbewerb, in Aufbauprüfungen und in der Dressur – zur eigenen Sicherheit. Denn springen die Pferde auf Grasboden mal weg oder sind in der Ecke zu flott, kann es rutschig werden.“ Und das gilt natürlich auch für den Ausritt oder die Jagd. Gerade hier machen sich einige Reiter wenig Gedanken über die Gefahr des Wegund Ausrutschens.

Insbesondere Kurven, Wegbiegungen oder bei einem jagdlichen Ausritt auch Absprung und Landung sollten unbedingt durch den Einsatz von Stollen gesichert werden.

Gängige Größen

Stollen gibt es nicht nur in diversen Längen und Formen, sondern auch in verschiedenen Gewindegrößen. Die bei uns gängigen Größen sind die Gewinde M 10, M 12 oder 3/8 Zoll. Interessant ist, dass regionale Vorlieben für Gewinde herrschen: So trägt man rund um den Bodensee und in der Schweiz vornehmlich M10. Der Norden schwört auf 3/8 Zoll – wie übrigens auch das Gros der internationalen Sportszene. In der Mitte Deutschlands sind die Stollen der Wahl mit M12 Gewinde ausgestattet. Stollenfachmann Hepp empfiehlt das M12 Gewinde, da es „von der Festigkeit her das Stabilste ist und die größten Kräfte aufnehmen kann.“ Kleinere Gewinde, so der Experte, hielten die Belastungen nicht so gut aus. Die Gewinderillen brächen aus. Das tun sie übrigens auch, wenn man die Stollen nicht gerade verkantet oder zu fest eindreht. „Wenn die Stollenlöcher vom Schmied exakt geschnitten und gut gepflegt sind, darf das Eindrehen kein Kraftakt sein“, weiß Reinhold Hepp, der vom selbstständigen Nachschneiden des Gewindes nicht viel hält: „Das ist meiner Meinung nach eine ganz gefährliche Sache. Wenn man den Gewindeschneider im Loch hat und das Pferd den Huf entzieht und auffußt, kann es schlimme Verletzungen geben.“ Sicherer, so Hepp, seien Stollen, die beim Eindrehen das Gewinde automatisch reinigten und dadurch gangbar hielten. Für Hufschmiede gibt es übrigens Datenblätter, die ihnen die Lochgröße mit Toleranzwerten vorgeben. „Zu große Löcher, wie sie leider oft schlampig geschnitten werden, halten die Stollen nicht. Da können Sie so kräftig eindrehen, wie Sie wollen.“

Gut in Form

Stahlhart sollen Stollen sein und sind es im Normalfall auch. Andere Materialien spielen zumindest auf dem deutschen Stollenmarkt keine Rolle. Hochwertige Stollen sind zudem einsatzgehärtet, was bedeutet, dass ihre Randschicht extra behandelt wurde, um die Stollen dadurch strapazierfähiger zu gestalten. „Bei so behandelten Modellen zögert sich die Abnutzung deutlich länger hinaus als bei weich belassenen Stollen“, weiß Hepp.

Ob kurz oder und lang, eckig oder abgerundet, ob schmal oder breit, eingefräst oder glatt – die Auswahl an Stahlstiften ist riesig und von Hersteller zu Hersteller mit feinen Unterschieden versehen: Hier die richtige Form zu finden, ist eine Wissenschaft für sich und in erster Linie abhängig von der Bodenbeschaffenheit: „Je härter der Boden, desto kürzer, spitzer und schmaler die Stollen. Bei weichem, schlammigem Boden müssen es dann längere und breitere Stollen sein.“, weiß Daniel Heuer. Für Sandboden haben sich Stollen mit seitlichen Einsparungen bewährt, die den Sand regelrecht wegschaufeln. Gepflegte Rasenplätze auf größeren Turnieren sind zumeist nicht so hart wie Wiesen auf ländlichen Turnieren – außer es hat dort tagelang in Strömen geregnet. Für diesen Boden mittlerer Härte eignen sich beispielsweise Spitzkegel von 24 Millimeter Länge.

Gepackter Koffer

Um komplett ausgerüstet zu sein, sollten Sie sich eine Stollenkiste einrichten. Hier rein kommen neben den gewünschten Stollen auch ein kleiner Schraubenzieher, ein Gewindeschneider, ein Steckschlüssel oder alternativ dazu ein Gabelschlüssel. Eingepackt werden sollten außerdem ein Stollenlochreiniger, eine ausgediente Zahnbürste, wahlweise spezielle Watte-Tampons oder Verschlussstopfen. Als äußerst praktisch hat sich auch eine Metallschale mit Magnetkern erwiesen. Sie hält die vorrätigen Stollen vor und nach dem Einsatz fest am Platz. Wer mag, kann natürlich auch in einen komplett ausgestatteten Stollenkoffer investieren. Modelle gibt es vom Einsteiger-Set bis zum Profikoffer.

Bodenhaftung im Busch

Nicht ganz leicht fällt vielen Buschreitern die Wahl der Stollen vor dem Cross. Schließlich führt die Strecke nicht selten über ganz unterschiedliches Geläuf mit den diversesten Bodenverhältnissen. Da ist von Wiese über Wald bis hin zu kurzen harten Strecken, beispielsweise getrocknete Lehmpassagen, alles zu überwinden. Hier gilt es, einen gesunden Mittelweg zu finden: „Vorn würde ich 19 Millimeter Kegelstollen eindrehen und hinten welche von 21 Millimeter Länge. Das müsste reichen“, rät Hepp, der zugleich den Leitspruch formuliert: „Der härteste Teil des Cross bestimmt die Wahl der Stollen.“ Natürlich nur, wenn er einen wirklichen Teilbereich der Streckenlänge einnimmt und es sich nicht um eine zehn Meter lange Übergangspassage handelt.

Kompromiss im Huf

Werner Oesterle von der Firma Franks Stollen warnt: „Stollen, die ständig im Hufeisen verbleiben, sind Gift für Pferdebeine, da sie die natürliche Gleitphase des Hufes dauerhaft unmöglich machen und so eine große Belastung für den Sehnen- und Bänderapparat des Pferdes darstellen. Deshalb gibt es zum austauschbaren Schraubstollen keine wirkliche Alternative.“ Allerdings und darauf weist der Fachmann explizit hin, muss man manchmal Kompromisse manchen: „Fahrpferde und Distanzpferde haben bei ihren Stollen ganz besondere Ansprüche. Sie brauchen zwar nicht so viel Halt, dafür ist der Abrieb bei ihren Stollen enorm. Asphalt und Schotter wirken auf die Stollen wie eine Schleifmaschine. Dem halten Schraubstollen nicht Stand. Hier müssen extra harte Schlagstollen benutzt werden. Diese sollten dann aber so abgerundet konzipiert sein, dass die Pferde in Ihrer Bewegung trotzdem e i n i g e rmaßen stoßfrei ausgleiten können. Springpferde hingeg e n brauchen zwar einen enormen Halt beim Absprung, der Boden, auf dem sie ihren Sport machen, ist aber nicht so verschleißend. Sie sind also mit den vielen Modellen der Schraubstollen gut ausgerüstet.“

Gepflegter Auftritt

Gepflegt bis in die Spitzen sollten die Stollen samt Löchern sein. Dann klappt es auch mit dem Reindrehen. Reibungslos. Den Stollen selber pflegt man zum Beispiel mit einer ausrangierten Zahnbürste oder einer Drahtbürste. Auch kann man die Gewinde mit einem kleinen Schraubenzieher nachfahren und so die Rillen von Verschmutzungen befreien. Von Zeit zu Zeit sollten Sie die Stollen mit einer Portion Öl versorgen. Die Löcher werden mit einem schmalen Schraubenzieher oder mit einem speziellen Stollenpiekser von Steinchen und Sand befreit. Eine Mini- Rundbürste entfernt letzte Dreckreste. Auch die Stollenlöcher können mit Huföl oder –fett ausgepinselt werden. Richtige Profis pflegen Stollen und Löcher mit einem speziellen Reinigungsspray.

Verschlossene Gewinde

Um die Stollenlöcher zwischen den Einsätzen der Stollen sauber zu halten, gibt es diverse Möglichkeiten des Verschließens: Tamponieren ist eine kurzfristige Methode. Hierzu knüllt man Watte, Papiertaschentücher oder einen Teil spezieller Stollentampons und stopft diese in das vorher gesäuberte Loch. Ein besonderes Pflegeplus erreicht man, indem man das Verschlussmaterial vorher einmal in Huffett oder –öl tunkt. Mit Pinzette oder spitzen Fingern lassen sich diese wattigen Platzhalter problemlos entfernen. Auf lange Sicht haltbarer sind beispielsweise Gummistopfen zum Verschluss der Stollenlöcher. Diese gibt es für alle Gewindegrößen. Außerdem gibt es auf dem Markt so genannte Verschlussstollen. Das sind extrem flache Schraubstollen von maximal fünf Millimetern Länge: „Bislang haben wir nur gute Erfahrungen mit diesen permanenten Verschlüssen gemacht“, so Reinhold Hepp zu der Verletzungsproblematik durch „Dauerstollen“. Vorteil dieser eingeschraubten Verschlüsse: die Löcher bleiben sauber und die Gewinde ebenfalls geschützt und dadurch gangbar. Unter einer Voraussetzung allerdings: Verbleiben die Verschlüsse wochenlang im Huf sollte man sie von Zeit zu Zeit öffnen und ein wenig Öl in die Löcher tröpfeln. Sonst kann es schon mal vorkommen, dass sie sich im Gewinde festsetzen. Sie rosten gewissermaßen ein und sind – mit einfachen Mitteln – nicht mehr so leicht zu entfernen. Durch diese besonderen Verschlüsse wird zudem verhindert, dass sich Hornzapfen in den unbenutzten Löchern bilden. Hepp erläutert: „Sind dieses Zapfen erst einmal entstanden und man dreht dann einen Stollen darauf, bekommt das Pferd Druck auf den Huf und geht sehr schnell lahm.“

Ein Klick reicht

Als „revolutionär“ vor einigen Jahren auf den Markt gekommen, sorgten so genannte Klick-Stollen für großes Interesse in der Reiterszene. Ihr Prinzip: In ein eigens dafür gefertigtes Stollenloch werden nun keine Stollen eingedreht, sondern ein Adapter, der an Ort und Stelle verbleibt. In diesen Adapter werden einfach die passenden Stollen geklickt und nach Gebrauch wieder herausgenommen. Das lästige Schrauben oder auch das Nachschneiden des Gewindes entfallen dabei. Doch trotz verlockender Einfachheit hat sich das Prinzip zumindest im professionellen Reitsport in Deutschland nicht flächendekkend durchgesetzt.

Schuh mit Halt Wer sein Pferde anstatt mit Beschlag mit Hufschuhen ausrüstet, muss auf den Gleitschutz durch Stollen nicht verzichten. Grundsätzlich ist es möglich, Stollen in einen modernen Hufschuh einzusetzen. Die Montage der Stollen sollte an neuen Hufschuhen erfolgen. Die Größe der Stollen sollte sich an der Größe der Hufschuhe orientieren. Kleine Schuhe sollten mit vergleichsweise kleinen Stollen ausgerüstet werden. Platz für bis zu sechs Stollen bietet ein Hufschuh in der Regel.

Stollen für Hufschuhe, so Experte Werner Oesterle, müssen speziell angefertigt werden und sind normalerweise nur für geringe Belastung geeignet. Da viele Hufschuhe durch entsprechendes Sohlenprofil bereits über einen guten Gripp verfügen, muss aber auch nicht bei jedem Ausritt auf den zusätzlichen Halt gesetzt werden, sondern nur bei wirklichem Bedarf an extra Halt. Der ist beim Springen, bei Rennen oder auch bei eisigen Bedingungen im Winter vorhanden.

Tragen die Pferde Stollen, müssen die Beine durch Gamaschen geschützt werden. Beim Springen werden die Pferde zusätzlich durch einen Bauchlatz geschützt.

Benutzen Sie auf hartem
Boden innen und außen Stollen
von gleicher Länge!

Wählt man unterschiedliche Stollenformen
für innen und außen, so gilt:
Innen dreht man rundere, außen spitzere Stollen ein!

Wählt man unterschiedliche Stollenlängen
für hinten und vorne, so gilt:
Hinten dreht man längere, vorne kürzere Stollen ein!

Legen Sie die Stollen von Zeit zu Zeit in Cola. In einer Nachtkur entsorgt diese gefräßig nach dem Prinzip der Putzerfische hartnäckige Verschmutzungen und vor allem auch rostige Ablagerungen. Anschließend gut abspülen und einölen.

Jessica Kaup


RRP im Gespräch mit Uwe Lukas

Wie viele Stollenlöcher pro Huf empfehlen Sie und warum?
Uwe Lukas: „Für den Springsport bis zur Kl. L würde ich dazu raten nicht mehr als zwei Stollen zu verwenden. Die Pferde sind in dieser Leistungsklasse oft nicht so ausbalanciert wie im Spitzensport und dann kann ein Zuviel an Stollen eher schaden als nutzen. In den höheren Klassen werden im Moment drei bis vier Stollenlöcher angebracht, die aber nicht immer benutzt werden.“

Ist es nicht sinnvoll, Hufeisen grundsätzlich (vorbeugend) mit Stollenlöchern zu versehen oder birgt das Nachteile?
Uwe Lukas: „Wer das ganze Jahr über mit dem Pferd Springen reitet, kann zur Sicherheit immer mit Stollenlöchern ausgestattet sein, wer im Winter nur Trainingssprünge macht, braucht keine Stollen. Wenn keine Stollen benutzt werden, bildet sich im Stollenloch ein Hornzapfen, der durch den Abrieb des Hufes auf dem Eisen entsteht, dies kann dann zu einem Problem führen, wenn man wieder Stollen eindrehen möchte. Entweder man bekommt sie dann nicht mehr montiert oder man quetscht das Horn. Daher ist es sinnvoll, bei längeren Pausen die Stollenlöcher mit so genannten Blindstopfen zu verschließen. Außerdem werden dadurch die Gewindelöcher oder Hülsen geschont.“

Welche Fehler können beim Gebrauch von Stollen auftreten?
Uwe Lukas: „Der größte Fehler, der gemacht wird, ist, dass man die Stollengröße überdimensioniert. Nach dem Motto viel hilft viel. Ein weiterer Fehler ist, das man die Stollen nach dem Gebrauch nicht reinigt, so werden die Gewinde der Stollen rostig und lassen sich schwer wieder verwenden.

Welche Risiken bestehen beim falschen Gebrauch von Stollen?
Uwe Lukas: „Durch die Wahl der Stollen übt man eine Gliedmaßenverstellung aus. Wenn auf hartem Boden Schlammstollen benutzt werden, kann der Stollen sich nicht in den Boden eindrücken und belastet dadurch Sehnen und Gelenke sehr stark. Deshalb muss die Stollenform immer dem Boden angepasst werden. Im Prinzip gilt: Harter Boden: kurze, spitze Stollen. Weicher Boden: lange, stumpfe Stollen.“

Worauf muss man beim Rein- und Rausschrauben achten?
Uwe Lukas: „Das Montieren der Stollen sollte immer gefühlvoll passieren. Wenn die Gewinde gut vorgereinigt sind (Hufeisen und Stollen), ist das Reindrehen kein Problem. Man hat in der einen Hand den Stollenschlüssel, mit der anderen umfasst man die Hufzehe, um dem Drehmoment entgegen zu wirken. Dann ist eine zusätzliche Fixierung nicht nötig. Ein übermäßiges Festziehen ist zu vermeiden.“

Welche Arten von Stollen empfehlen Sie grundsätzlich und von welchen raten Sie ab?
Uwe Lukas: „Als empfehlenswert erachte ich Stollen bis zu einer Höhe von zehn bis 16 Millimetern in den unterschiedlichen Formen. Höhere Stollen sollten nur im Extremfall bei absolut tiefen und rutschigen Böden benutzt werden. Sehr scharfe Kegel oder Keilstollen oder sogar scharfe H-Stollen sind sehr gefährlich und bergen eine hohe Verletzungsgefahr in sich.

Was halten Sie von den modernen Klippstollen?
Uwe Lukas: „Die neuen Systeme sind sehr viel besser geworden und finden immer mehr Anklang im Breitensport. Die Montage der Metallhülsen setzt eine gewisse Hufeisenbreite voraus, weil die Bohrlöcher 13 Millimeter sein müssen. Bei schmalen Eisen bleibt an den Seiten zu wenig Material übrig und das Eisen wird instabil. Aber auch bei diesen Systemen bleibt der Reiter nicht von den üblichen Pflegemaßnahmen bei den Stollen und den Hülsen verschont. Auch hier ist die einwandfreie Funktion nur durch Sauberkeit gewährleis tet. Der Gleitschutz ist wie bei den Schraubstollen gut. Bei den Pflegern der Spitzensportpferde hat es sich noch nicht flächendeckend durchsetzen können.

Was halten Sie als Fazit für ganz besonders wichtig im Umgang mit Stollen?
Uwe Lukas: „Stollen sind in einem speziellen Aufbewahrungskasten zu lagern, damit man sie immer einsatzbereit hat. Einen passenden Schlüssel und Geräte zum Stollenlochreinigen sollten ebenfalls in dem Kasten vorhanden sein. Die Reiter sollten nur für die Prüfung Stollen benutzen und danach sofort wieder entfernen. Niemals sollte man das Pferd mit Stollen auf den Anhänger stellen oder sogar transportieren. Von festmontierten Stollen rate ich ab.“

Zur Person

Uwe Lukas ist staatlich anerkannter Hufbeschlagschmiedemeister. Seit neun Jahren betreibt er einen eigenen Rehabilitationsstall für Huferkrankungen in Milte am Rande von Warendorf. Am Stützpunkt des DOKR ist er viel frequentierter Schmied. Sein Fachbuch „Gesunde Hufe – kein Zufall!“ ist im FN-Verlag erschienen


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