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26.09.2019 | 8er-Team Neuigkeiten

Top-Scorer im Oktober

Stilistisch sauberes, korrektes und pferdefreundliches Reiten zu belohnen, das ist das Ziel des 8er-Teams, welches es 2019 endlich auch im Rheinland gibt! Trotz der noch jungen Saison – für die Anmeldung zählen alle seit dem 1. Oktober 2018 errittenen 8er-Noten – konnten bereits einige Mitglieder im 8er-Team begrüßt werden. RRP stellt jeden Monat einige Top-Scorer vor!

Raiffeisen-Markt 8er-Team U21 Dressur

Mit derzeit fünf 8er-Noten rangiert Julie Berse im Raiffeisen-Markt 8er-Team U21 Dressur unter den Top Five – und wird alles geben, um sich am Ende der Turniersaison einen der begehrten Top Drei-Plätze zu sichern. Denn den besten drei U21-Dressurreitern winkt ein Training bei Dressurqueen Isabell Werth – was könnte man sich Besseres wünschen?! „Einfach super“, findet auch Julie Berse. Und da Reitsport bei den Berses im wahrsten Sinne des Wortes Familiensache ist, stehen die Chancen gut, dass zumindest ein Familienmitglied in den Genuss eines Trainings bei Isabell Werth kommen wird. Denn Julies jüngere Schwester Niwine führt das Ranking bis dato an. Die beiden Schwestern haben das Reiten von der Pike auf gelernt – in der Familien-Reitschule ihrer Mutter Britta Berse in Velbert.

Die 17-jährige Julie hat die 8er-Noten in der laufenden Saison mit ihrem Pony Coco Chanel und der Haflingerstute Amy erritten. Viermal knackte sie die magische Acht in L-Dressuren, einmal in einer A-Dressur. „Dass es mir so oft in der Klasse L gelungen ist, darauf bin ich besonders stolz“, erklärt Julie strahlend. „Außerdem habe ich mit meinem Pferd Referee die ersten beiden M-Starts gewagt in diesem Jahr – und konnte mich auch dort auf Anhieb platzieren. Da sind dann auch ein paar Glückstränchen gekullert.“

Julie Berse rangiert mit fünf 8er-Noten im U21-Dressur-Ranking in den Top Five. Foto: privat
Julie Berse rangiert mit fünf 8er-Noten im U21-Dressur-Ranking in den Top Five. Foto: privat

Mit ihrem Pony Coco Chanel verbindet Julie, die im Alter von 16 Jahren mit einer Sondergenehmigung den Trainer C – Schein Schwerpunkt Basissport Reiten absolviert hat und für ihre guten Noten hier sogar gesondert ausgezeichnet wurde, eine besondere Geschichte. „Coco haben wir 2010 als ‚schwierigen Fall‘ gekauft. Beim Anreiten hatte man ihren Sattel wohl mal zu lose gegurtet und ihr war beim Reiten der Sattel unter den Bauch gerutscht. Davon hatte sie ein richtiges Trauma, als wir sie kennengelernt und gekauft haben. Auch ich bin anfangs bestimmt zehnmal von ihr runtergefallen, aber sie ist einfach mein Herzenspony und so bin ich immer wieder aufgestiegen und habe nicht aufgegeben. Alles, was ich heute kann, habe ich zusammen mit Coco gelernt“, betont die Schülerin.

Haflingerstute Amy hingegen ist und war schon immer ein absolutes Verlasspferd. „Amy ist einfach eine Spezial-Haflingerstute“, erzählt Julie lachend. „Sie hat den perfekten Charakter: wach, aufmerksam, aber doch mit dem richtigen ‚Phlegma‘ ausgestattet in den Prüfungen. In den ganzen Jahren, die wir sie haben, hat sie erst zwei Prüfungen ‚versemmelt‘.“ Amy hat die Familie dreijährig von der Weide gekauft und selbst angeritten. Sie wird als Lehrpferd in der Familien-Reitschule von Mutter Britta eingesetzt. „Sie ist ein 1000-Prozent-Pony“, schwärmt Julie. „Egal ob sie im Trainer C-Lehrgang mitgeht, auf der Equitana auftritt oder auf ‚normalen‘ Turnieren startet: sie gibt immer alles!“ Neben den drei 8er-Noten, die Amy unter Julie Berse in L-Dressuren erzielt hat, konnte sie auch fünf 8er-Noten mit Julies jüngerer Schwester Niwine in den Klassen E und A erzielen. „Auf dem Abreiteplatz wird man mit ihr aber zunächst oft belächelt. Denn viele andere Reiter sehen eben ‚nur‘ einen Haflinger, aber keine Konkurrenz. Umso erstaunter sind sie dann, wenn sie mitbekommen, dass der Haflinger die 8er-Note hatte…“ Doch Amy ist nicht nur für ihre Zuverlässigkeit und gute Arbeitseinstellung bekannt. „Als besonderes Merkmal hat sie schwarze Flecken an den Flanken. Das sieht auf den ersten Blick aus, als sei sie dreckig. So wurden wir auf dem Turnier schon häufiger aufgefordert, sie besser zu putzen“, verrät Julie augenzwinkernd. „Außerdem muss sie fast immer in der Prüfungshalle Pipi machen – auch dafür ist sie schon bekannt.“

Auf den letzten Turnieren der Saison 2019 (die bei Redaktionsschluss noch ausstanden) möchte Julie gerne noch eine 8er-Note erreiten, um im Gesamt-Ranking möglichst unter die besten Drei zu kommen. „Über den Winter werden wir dann intensiv die fliegenden Galoppwechsel mit den Ponys trainieren, mal sehen, wo die Reise nächstes Jahr dann hingeht!“ Langfristig gesehen möchte die 17-Jährige auf jeden Fall ihr Hobby zum Beruf machen: „Wenn ich mit der Schule fertig bin mache ich erstmal eine Ausbildung. Aber danach möchte ich auf jeden Fall in der Familien-Reitschule mit einsteigen und Reiter und Pferde ausbilden, das ist definitiv mein Ziel!“ 

Raiffeisen-Markt 8er-Team U25 Vielseitigkeit

Zweimal die Wertnote 8,5 aus A-Stil-Geländeritten konnte Oliver Mario Senf für das 8er-Team U25 Vielseitigkeit einreichen. Damit rangierte der 14-Jährige kurz vor Ende der Saison in den Top Ten.

Erreicht hat er diese und andere Erfolge mit dem 18-jährigen Pony Steverheides Dondrup. „Doni kam als Absetzer zu meiner Tante und gehört schon seither zur Familie. Ich reite ihn nun seit sechs Jahren. Vorher war ich mit Maxi, dem kleinen Frechdachs, unterwegs, ein typisches Shetlandpony eben“, erinnert sich Oliver.

Oliver Mario Senf und Steverheides Dondrup im Training. Foto: privat
Oliver Mario Senf und Steverheides Dondrup im Training. Foto: privat

Mit „Doni“ hat Oliver Mario Senf sich vom Einfachen Reiterwettbewerb – hier konnte er sogar mal eine Traumnote von 9,2 erringen – bis zu Erfolgen in A**-Vielseitigkeitsprüfungen hochgearbeitet. Auch verschiedene Reitabzeichen legte das Paar gemeinsam ab, zuletzt das RA3. „Außerdem konnten wir dreimal sehr erfolgreich an der Goldenen Schärpe teilnehmen, 2015, 2016 und 2017“, erzählt der Nachwuchsreiter. 2017 und 2019 gehörten sie darüber hinaus zum erlesenen Starterfeld beim Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit in Warendorf. Größter Erfolg des Duos bei einem der bundesweiten Events: Platz zwei im Einzel und mit dem Team bei der Goldenen Schärpe 2017.

„Auch 2018 waren wir für das Bundesnachwuchschampionat nominiert. Leider ist meine Oma in dem Jahr bei einem schrecklichen Unfall ums Leben gekommen, so dass wir den Start abgesagt und eine längere Pause eingelegt haben bis zum Winter 2018.“

Umso mehr freute sich Oliver Mario Senf, dass er mit seinem Doni 2019 direkt wieder an die gewohnten Leistungen und Erfolge anknüpfen konnte. „Doni ist ein Kämpfer und ein echter Siegertyp. Er gibt immer alles für mich und lässt mich nie im Stich. Wir sind aber auch echte Freunde. Er wiehert jedes Mal, wenn ich in die Stallgasse komme – auch wenn es schon das 20. Mal am selben Tag ist“, so der Nachwuchsreiter lächelnd.

Trainiert wird Oliver Mario Senf überwiegend von seiner Mutter Nicole, die selbst bis zur Klasse M hocherfolgreich auf Turnieren unterwegs war. „Aber auch in meinem Verein, dem RV Lippe-Bruch Gahlen, gibt es sehr gute Trainerinnen und Trainer, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten.“

Vom 8er-Team ist Oliver rundum begeistert: „Das ist eine super Sache und motiviert einen noch mehr zu guten Leistungen. Das weiß ich nicht nur von mir selbst, sondern auch von anderen Reitern!“ Motivation zieht Oliver Mario Senf aber auch aus seinen Zielen: Er arbeitet daraufhin, bald in CICP-Prüfungen starten zu dürfen – und träumt davon, einmal an den Deutschen Jugendmeisterschaften in der Vielseitigkeit teilzunehmen.  

Raiffeisen-Markt 8er-Team U21 Springen

Sechs 8er-Noten konnte bisher Victoria von Hammerstein für das Ranking im Raiffeisen-Markt 8er-Team U21 Springen einreichen. Die 13-Jährige, die von allen nur Vicky genannt wird, reitet seit sie vier Jahre alt war im Reitstall Welsch/Reitclub Kottenforst. „Reiten ist meine ganz große Leidenschaft“, betont die junge Amazone. „Am liebsten würde ich immer direkt nach der Schule zu meinem Pony Senna in den Stall gehen.“

Ein gutes Team: Vicky von Hammerstein und Senna. Foto: privat
Ein gutes Team: Vicky von Hammerstein und Senna. Foto: privat

Senna ist eine 14-jährige Ponystute, die Vicky vor drei Jahren von ihren Eltern geschenkt bekommen hat. „Das war der größte Tag in meinem Leben“, so Vicky mit leuchtenden Augen. „Senna hat viel Temperament und ist sehr sensibel, deswegen hat es einige Zeit gedauert, bis wir uns aneinander gewöhnt hatten. Doch mittlerweile sind wir zu einem perfekten Team zusammengewachsen!“

Im letzten Jahr ist das Paar zusammen in den Turniersport eingestiegen und konnte in der ersten gemeinsamen Saison auf Anhieb 14 Platzierungen in der Klasse E sammeln. Auch in der laufenden Saison gab es für Vicky und Senna in der Klasse E einen wahrhaften Schleifenregen, daneben konnte das Duo aber auch erste Starts in der Klasse A* erfolgreich absolvieren. „Die Krönung dieser Saison war aber der Gewinn der Kreismeisterschaft im Bonn Rhein Sieg – Kreis bei den Ponys in der Klasse E“, findet die Reiterin, die sich wünscht, bis zum Ende der Saison einen Platz in den Top Ten des 8er-Teams halten zu können. „Mit dem 8er-Team wird stilistisch schönes Reiten im Parcours belohnt, das finde ich eine tolle Idee!“

Dabei ist Vicky bewusst, dass ihre Erfolge auf Turnieren nicht ohne entsprechende Unterstützung möglich wären: „Ich bin meinen Eltern sehr dankbar für alles, was sie für mich tun. Außerdem danke ich meinem Reitlehrer Fero Skala, der sehr darauf achtet, dass man mit viel Einfühlungsvermögen im Sattel agiert. Schleifen interessieren ihn nicht so sehr, ihm kommt es viel mehr auf gutes Reiten an. Wenn er mal nicht zum Turnier mitkommen kann, habe ich viele Freunde und Helfer, die mit mir den Parcours abgehen und mich beim Abreiten unterstützen, auch ihnen möchte ich hier einmal Danke sagen!“ Mit solch einem guten Team im Rücken möchte Victoria von Hammerstein im nächsten Jahr noch mehr in der Klasse A starten, um sich auch dort endgültig zu etablieren. 

Easy Exit 8er-Team Ü22 Dressur

Pferde gehörten schon immer zu ihrem Leben, der Turniersport jedoch erst seit ein paar Jahren und Rigoletto, ein 14-jähriger Fuchswallach, erst seit gut einem halben Jahr. „Rigi gehört einer Kundin meines Lebensgefährten Marcel Wolf, die zu einer Freundin meinerseits geworden ist“, erzählt Andrea Plitt. „Mit Rigoletto konnte ich in dieser Saison 15-mal in Dressurprüfungen der Klassen L* und L** gewinnen, dabei haben wir dreimal 8er-Noten erhalten.“

Siegertypen: Andrea Plitt und Rigoletto. Foto: privat
Siegertypen: Andrea Plitt und Rigoletto. Foto: privat

Trotz seiner Größe von 1,72 m sei der Wallach sehr sensibel. „Das ist vielleicht auch etwas abstammungsbedingt“, meint die Reiterin lachend. „Rigi ist ein Sohn des Riverside aus einer Abanos-Mutter. Er ist sehr ehrgeizig und mit einer guten Arbeitseinstellung ausgestattet, aber eben auch höchst empfindlich.“ Als „imposant impulsiv“ beschreibt Andrea Plitt ihren vierbeinigen Partner des Erfolgs. „Er ist ein Kämpfer, aber auch ein richtiges Kuscheltier. Er liebt es, gestreichelt zu werden oder genießt auch gerne mal die Sonne mit seinem Kumpel auf der Weide.“

In kürzester Zeit sind die 40-Jährige und der Fuchs optimal zusammengewachsen. „Wenn das Sprichwort ‚auf jeden Topf passt ein Deckel‘ wirklich stimmt, bin ich wohl Rigis Deckel“, schmunzelt Andrea Plitt, die von ihrem Partner, Pferdewirtschaftsmeister Marcel Wolf, trainiert wird. „Marcel legt sehr viel Wert auf Losgelassenheit und korrektes Reiten, nur durch sein kritisches Auge konnte ich bisher so erfolgreich sein. Dafür bin ich sehr dankbar! Außerdem möchte ich mich noch einmal ausdrücklich bei Rigis Besitzerin bedanken, die leider Anfang des Jahres schwer erkrankt ist. Ich bin froh, ihr mit unseren Erfolgen seither Woche um Woche Freude bereiten zu können. Dass sie mir ihren Rigoletto anvertraut hat, ist mir eine große Ehre!“

Andrea Plitt freut sich sehr darüber, dass es das 8er-Team nun auch im Rheinland gibt und man so nicht mehr nur durch die Erfolge an sich belohnt wird, sondern am Ende der Saison zusätzlich noch einmal. „Das ist quasi noch eine extra Belohnung für gutes Reiten. Und wer mag keine Belohnungen? Ich finde es jedenfalls klasse und würde mir wünschen, dass das 8er-Team im Rheinland fortgeführt wird!“ Ihre Saisonziele hat Andrea Plitt mit Rigoletto mehr als erreicht. „Aber wir haben uns natürlich schon ein neues Ziel gesetzt: Wir möchten gerne gemeinsam den Sprung in die nächste Klasse schaffen!“

Casting Horses 8er-Team Ü22 Springen

Auch Anke Wünschmann hat den Sprung ins 8er-Team mit einem Pferd einer Freundin geschafft: „Addicted to you, genannt Abby, gehört meiner Freundin Carina Hegmann. Ich helfe ihr schon seit Jahren mit der Ausbildung ihrer Pferde“, erzählt Anke Wünschmann, die bereits seit 45 Jahren im Sattel sitzt. „Abby ist jetzt acht Jahre alt und ich reite sie, seit sie vier war. Bisher konnten wir insgesamt 24-mal die Ehrenrunde auf Turnieren anführen und gemeinsam über 40 Platzierungen sammeln.“

Anke Wünschmann und Addicted to you, genannt Abby, gehören dem Casting Horses 8er-Team Ü22 Springen und dem Easy Exit 8er-Team Ü22 Dressur an. Foto: privat
Anke Wünschmann und Addicted to you, genannt Abby, gehören dem Casting Horses 8er-Team Ü22 Springen und dem Easy Exit 8er-Team Ü22 Dressur an. Foto: privat

Das Spektrum des Erfolgs reicht dabei von Dressurpferde- und Springpferdeprüfungen bis zu Eignungs-, Hunter-, Dressur- und Stilspringprüfungen. Neben einer 8,3 aus einer Hunterprüfung knackten Anke Wünschmann und Abby auch viermal in A**-Stilspringen die magische Acht. Mit einer 8,2 aus einer Dressurreiter-A gehören sie außerdem auch dem Easy Exit 8er-Team Ü22 Dressur an.

Im Springen wird das Duo von Wolfgang Kun trainiert, in der Dressur von Harald Ricken und Frank Pekie-Leuker. Über Abby sagt Anke Wünschmann: „Ihr Spitzname bei uns im Stall ist Lady Gaga, das sagt eigentlich schon alles. Sie hat Qualität für ganz oben, steht sich aber oft selbst im Weg.“ Dennoch würde heute kaum noch jemand glauben, dass Abby mal als unreitbar galt. „Sie hatte schon beim Aufsteigen unglaublichen Stress, ganz zu schweigen davon, wie es im Viereck selbst war.

Hänger fahren ging früher auch nicht wirklich“, berichtet die Reiterin. „Um ihr den Stress zu nehmen, haben wir angefangen mit ihr zu springen, darüber haben wir sie schließlich reitbar bekommen.“ Damit Abby keinen Stress hat, darf sie immer und überall grasen. „Egal ob sie eine Trense oder eine Kandare anhat, wenn sie möchte, darf sie auf dem Turnier grasen. Hauptsache sie ist entspannt!“

In dieser Saison möchte Anke Wünschmann mit der achtjährigen braunen Andretti-Tochter noch im Finale des Silbernen Hufnagel erfolgreich sein. Langfristig gesehen wünscht sie sich vor allem, in der Dressur weiterzukommen. „Dabei steht immer im Vordergrund, dass Abby keinen Stress hat“, betont sie. „Sie ist nicht gerne alleine im Viereck, daher liegt der Fokus darauf, diesen Schritt entspannt zu schaffen. Dann können wir uns auch auf L-Niveau etablieren und vielleicht sogar den Sprung in die Klasse M schaffen.


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