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08.01.2019 | News

Traditionelle Pferdesegnung der Niersgemeinde Kessel

Auch die jüngsten Teilnehmer freuten sich über die uralte Tradition ihre Pferde durch Pfarrer Hürter segnen zu lassen.
Foto: Stephan Derks

Beim Silberjubiläum für Pfarrer Hürter lauschten zahlreiche Besucher im Rahmen der traditionellen Pferdesegnung in der Niersgemeinde Kessel seiner Botschaft, Verantwortung für ein Geschöpf zu übernehmen.

Es blieb ihm keine Zeit, sein „Silberjubiläum“, die traditionelle Pferdesegnung, nunmehr zum 25. Mal durchzuführen. Denn Pfarrer Norbert Hürter hatte keine Vertretung erhalten, musste umgehend nach Hassum, wo weitere Gläubige an diesem zweiten Weihnachtstag auf ihn warteten. „Im nächsten Jahr werde ich mir dann eine Silbermedaille umhängen“, versprach Hürter, verließ den kurz zuvor erklommenen Anhänger und übergab die Segnung der Pferde an seine Diakone.

Es mögen wieder einmal Hunderte von Besuchern gewesen sein, die trotz der frischen Temperaturen traditionsbewusst in Richtung Niersgemeinde gepilgert waren, um bei der alljährlichen Segnung der treuen Vierbeiner hautnah dabei zu sein. Schließlich gehört die alljährliche Pferdesegnung vor der Sankt-Stephanus-Kirche im Gocher Ortsteil Kessel zu einem der Highlights am zweiten Weihnachtsfeiertag.

Und so präsentierte sich die Pferdesportgemeinde wiederum bunt gemischt, die, angeführt von der Musikkapelle Kessel-Nergena, kurz vor Ende des Gottesdienstes durch das Spargeldorf in Richtung Kirchplatz gezogen war, um vor dem Hause ihres Schutzpatrons Aufstellung zu nehmen. Abermals säumten die zahlreichen Schaulustigen den Kirchplatz, um die Segnung der Pferde unter dem Sattel angespannt mitzuerleben.

Respektvolle Partnerschaft

„Ich freue mich, dass wieder einmal so viele Reiter und Gespannfahrer den Weg zu uns gefunden haben“, hatte zuvor noch Hürter erklärt, der das Pferd als einen treuen Wegbegleiter des Menschen bezeichnete dem, wie allen Geschöpfen auf dieser Erde, mit Respekt und Anstand zu begegnen sei. Daher sollte auch ein jeder Verantwortung für das ihm an vertraute Tier übernehmen das es ihm ermögliche, einem solch schönen und abwechslungsreichen Hobby nachzugehen.

„Auch wenn ich bereits seit Jahren hierherkomme und die Zeremonie kenne, freue ich mich jedes Mal, wenn ich die Reiter und Gespannfahrer sehe, die sich dieser uralten Tradition der Pferdesegnung verbunden fühlen“, erklärte eine Besucherin gegenüber unserer Redaktion am Rande der morgendlichen Veranstaltung. Wie ihr dürfte es wohl vielen ergangen sein, die sich im Schatten der St. Stephanus-Kirche von dieser Veranstaltung angezogen fühlten. Aufregung pur machte sich bei manchen Pferden breit, als sich schließlich der Tross in Bewegung setzte, um den Segen zu erhaschen.

Aufgeregt waren sicherlich auch die jüngeren Teilnehmer dieser Traditionsveranstaltung die zum aller ersten Mal dabei waren. So wie die siebenjährige Eva Verbeek, der ihr neunjähriger Bruder Lukas großzügig sein Pony überlassen hatte und was Mutter Katrin zur Sicherheit am Führstrick hielt. Zudem verriet auch der Blick in die Gesichter der „älteren Pferdefreunde“, dass es ihnen wieder mächtig Spaß gemacht haben dürfte, an dieser traditionsreichen Veranstaltung teilgenommen zu haben. Dafür sorgte nicht zuletzt der heiße Glühwein und der Spekulatius der am Rande gereicht wurde, um das weihnachtliche Flair am letzten Feiertag noch einmal so richtig auszukosten.

Stephan Derks


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