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05.06.2019 | News

Verleihung des Goldenen Reitabzeichens an Simone Boié

Simone Boié bekam auf dem Turnier in Hünxe für ihre zahlreichen Erfolge im Springen und in der Vielseitigkeit das Goldene Reitabzeichen verliehen. Foto: Anna Driesen
Simone Boié bekam auf dem Turnier in Hünxe für ihre zahlreichen Erfolge im Springen und in der Vielseitigkeit das Goldene Reitabzeichen verliehen. Foto: Anna Driesen

Am 30. Mai 2019 war ein besonderer Tag in Simone Boiés reiterlicher Laufbahn: In dem stimmungsvollen Rahmen des Sommerturniers in Hünxe – Bruckhausen wurde ihr für ihre zahlreichen Erfolge im Springen und in der Vielseitigkeit das Reitabzeichen in Gold verliehen.

Diese Gelegenheit gab Anlass dazu, auf den reiterlichen Werdegang der 28-Jährigen aus Hünxe zurückzublicken: Geboren in einer Familie von passionierten Pferdemenschen, saß Simone Boié bereits auf dem Pferd, bevor sie laufen konnte. Schon als kleines Kind verbrachte sie viel Zeit am Stall Wiesehahn in Marienthal, auf dem ihre Mutter arbeitete. Dort sah man sie bereits als Fünfjährige routiniert mit zwei 1,70m großen Jagdpferden am Strick über den Hof laufen.

Bei der Familie Bosserhoff in Hünxe bekam sie dann den ersten Unterricht auf Ponys und die Turnierkarriere nahm im Alter von sieben Jahren ihren Lauf. Sie bekam die Ponystute Mona von Familie Vöck zur Verfügung gestellt, die ihr durch ihren eigenen Kopf einen sattelfesten und ein „auf alles gefassten“ Sitz bescherte.

Angela Fengels erkannte Simone Boiés Talent schon sehr früh: Sie stellte ihr die Ponystute Darwina zur Verfügung und nahm sie unter ihre Fittiche. Gela brachte Simone das schöne und gefühlvolle Reiten bei und sie lernte mit Darwina, nie mehr von ihrem Partner Pferd zu verlangen, als dieser ihr bereitwillig anbietet.

2004 übernahm die Reiterin den jungen Ponywallach Daiquiri von ihren Geschwistern. Mit ihm stieg sie schnell in den Vielseitigkeitssport ein. Reiterin und Pony brachten viel Talent für den Sport mit, sodass die ersten großen Erfolge nicht lange auf sich warten ließen. Unter enger Betreuung von Angela Fengels, Sheena Moses, Thomas Voß sowie Julia Körber und Stefanie Tenhonsel sind vor allem die folgenden Ereignisse nennenswert: Im Jahr 2005 nahm Simone Boié erstmals am Bundeschampionat teil, 2006 folgte dann die Teilnahme an der Goldenen Schärpe sowie der Vizetitel beim Bundeschampionat und Teilnahme am Nachwuchschampionat. 2007 wurde sie dann beim Nachwuchschampionat Vizemeisterin und nahm an der deutschen Meisterschaft teil.

Beim Übergang vom Pony zum Pferd ritt Simone Boié kurzzeitig das Pferd Paul ihrer großen Schwester in Springen bis zur Klasse L und absolvierte mit ihm ihren ersten internationalen Start.

2010 kam dann Scotch. Beinahe zufällig gefunden in einem großen Stall in Osnabrück kam Scotch dreijährig und unerfahren zu Simone Boié. Einen perfekten Start legten die beiden jedoch nicht hin. Beim ersten Turnier trat Scotch Simone, sodass der Knöchel blau wurde und bereits am dritten Sprung der Parcours für die beiden endete. Er machte von Anfang an klar, wo seine Grenzen sind, und stellte Simone in der Ausbildung vor viele kniffelige Situationen, die vor allem ein starkes Nervenkostüm der Reiterin verlangten. Aber Simone Boié nahm diese Herausforderung an, stellte sich ganz und gar auf Scotch ein und gab ihm bei allem die Zeit, die er benötigte. Große Ziele wie das Bundeschampionat wurden nochmal überdacht und hintenangestellt. Es machte manchmal mehr Sinn, sich auf dem Arbeitsplatz einmal die Wolken anzuschauen, durchzuatmen und dann zu überlegen, wie das Problem anders angegangen werden könnte, als eine Lektion erzwingen zu wollen. Diese Erfahrung schweißte beide eng zusammen und zahlt sich bis heute jeden Tag aus.

Nachdem Angela Fengels leider viel zu früh verstarb übernahm ihre Nichte Alice Fengels das Dressurtraining von Simone Boié und Scotch und verhalf beiden zu Höchstleistungen. So absolvieren die beiden heute erfolgreich Dressuren bis zur Klasse M und den ersten S-Start haben die beiden auch schon gemeistert. Thomas Voß ist nach wie vor beim Springen an Simones Seite und trainierte sie vom Springreiterwettbewerb bis hin zu Platzierungen in der schweren Klasse. Lange wurden die beiden in der Vielseitigkeit von Jens Hoffrogge unterstützt, der ihnen auch heute noch mit Rat und Tat zur Seite steht. „TT“, Trainerin, Pflegerin, Seelsorger und manchmal auch Blitzableiter ist von Anfang an Simones Mutter Rosi Boié gewesen, die ihre Tochter immer unterstützt, fördert und stets hinter ihr steht.

Mit diesem verlässlichen Team im Rücken ließen auch die großen Erfolge von Simone Boié und Scotch nicht lange auf sich warten: Im Jahr 2014 erfolgte ihre erste gemeinsame Platzierung auf internationalem Niveau. 2015 erritten sie Gold im Bundeswettkampf mit der Mannschaft sowie Bronze in der Einzelwertung und platzierten sich erstmals in Springen der schweren Klasse. 2016 wurde Simone Boié im Sattel von Scotch dann Rheinische Meisterin der Vielseitigkeit. 2017 folgte erst die Bronzemedaille bei den deutschen Amateurmeisterschaften Vielseitigkeit und 2018 schließlich Gold. Zudem konnten die beiden in diesem Jahr Siege und Platzierungen in Dressuren bis zur Klasse M, in Springen bis zur Klasse S und in der Vielseitigkeit bis zu Drei-Sterne-Prüfungen international auf Ihrem Konto verbuchen.

„Es ist einfach unglaublich, wie leicht Scotch mir alles macht“, schwärmt die Reiterin von ihrem Pferd. „Ob Dressur, Springen oder Gelände – Ich kann mich immer zu 100 Prozent auf ihn verlassen. Er ist einfach mein Traumpferd und ein wirklich guter Freund!“

Eigentlich müsste man auch noch ein goldenes „Pferdeabzeichen“ erfinden, denn alle erforderlichen Platzierungen für das Abzeichen gehen auf das Konto von Scotch. Und dies ist gerade da die Auszeichnung durch die Kombination von Springen und Vielseitigkeit erreicht wurde, schon etwas ganz Besonderes!

 

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