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12.07.2015 | Sport

Vier Medaillen beim Preis der Besten

Auch in diesem Jahr haben die Nachwuchsreiter der verschiedenen Landesverbände wieder ihre Leistungen beim „Preis der Besten“ in Warendorf unter Beweis gestellt. Die Messlatte lag in diesem Jahr unwahrscheinlich hoch und es mehrere Prüfungen wurden in einem Kopf an Kopf Rennen entschieden. Mit Paulina Holzknecht und Linda Erbe kehrten am Ende zwei Amazonen mit Medaillen ins Rheinland zurück. Außerdem sicherten sich die Junior-Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen ebenso Silber wie Jana Lehmkuhl bei den Ponyvielseitigkeitsreitern, die zeitgleich in Marbach an den Start gingen.

Bei den Dressurjunioren trabte Paulina Holzknecht souverän zur Silbermedaille. Damit feierte sie in dieser Altersklasse einen Einstand nach Maß auf einem der wichtigsten deutschen Nachwuchsturniere. Im vergangenen Jahr noch hocherfolgreich im Ponysattel unterwegs, ist die angehende Pferdewirtin nun mit dem imposanten Fuchswallach Wells Fargo auf dem Viereck erfolgreich. Der Welser-Sohn aus dem Besitz ihrer Ausbilderin Elke Schmitz-Heinen und deren Familie sammelte in der Vergangenheit unter Jonas Schmitz-Heinen zahlreiche Platzierungen. Nachdem Schmitz-Heinen im vergangenen Jahr nach dem Ende seiner Junge Reiter-Zeit in den Springsattel umgestiegen ist, übernahm Paulina Holzknecht den zwölfjährigen Wallach im Winter. Bereits beim Preis der Zukunft und bei der Preis der Besten-Sichtung in Kronberg konnten aufmerksame Beobachter feststellen, dass hier ein Paar mit großer Zukunft zusammenwächst. Gefühlvoll einwirkend steuert die Nachwuchsreiterin den großrahmigen Fuchs durch die Aufgabe und Wells Fargo scheint sich unter ihrem Sattel sichtlich wohl zu fühlen. Mit viel Ausdruck und Präzision trug er seine Reiterin in der ersten Wertungsprüfung beim Preis der Besten zu 70,189 Prozent und damit zu Rang zwei. Auch in der zweiten Wertung ließ das sympathische Paar nichts anbrennen. Mit noch ein wenig mehr Biss unterwegs verbesserten sie sich auf 71,5 Prozent und sicherten sich damit erneut die silberne Schleife für den zweiten Platz – und damit ganz souverän auch die Silbermedaille in der Gesamtwertung. Damit hat das hoffnungsvolle Paar den ersten Meilenstein auf dem Weg zu den Europameisterschaften mehr als überzeugend gemeistert und sich wärmstens für den weiteren Sichtungsweg empfohlen. „Paulina hat genau das richtige Gefühl für dieses Pferd, sie hat einen optimalen Einstieg in die Juniorentour gefunden und sich mit viel Fleiß direkt an die Spitze gearbeitet“, zeigte sich Dressurlandestrainer Wolfgang Winkelhues mehr als zufrieden mit der Entwicklung von Paulina Holzknecht. In beiden Prüfungen musste sie sich lediglich Multitalent Semmieke Rothenberger aus Hessen geschlagen geben, die mit Geisha zu Gold ritt. Die Bronzemedaille sicherte sich Alexa Westendarp aus Weser Ems.

Ebenfalls mit viel Eleganz und Harmonie präsentierten sich Lena Charlotte Walterscheidt und Don Henrico auf dem Warendorfer Dressurplatz. Die ehemalige Ponyeuropameisterin startete mit 67,811 Prozent und Rang sieben in den Wettbewerb. Gut sitzend und mit viel Übersicht reitend konnte die Mönchengladbacherin, die den ausdrucksstarken Fuchs nun seit einem Jahr unter dem Sattel hat, sich in der zweiten Prüfung auf Rang fünf verbessern. Hier erhielt sie von den Richtern 69,868 Prozent. Mit diesen konstanten Runden schaffte die 17-Jährige es in der Gesamtwertung ebenfalls auf einen sehr guten fünften Platz.

Jana Lehmkuhl sichert sich Silber in der Pony-Vielseitigkeit
Während die Medaillen in der Dressur, im Springen und beim Voltigieren in Warendorf vergeben wurden, gingen die Ponyvielseitigkeitsreiter in Marbach im Rahmen einer internationalen Ponyprüfung an den Start. Dabei konnte sich Jana Lehmkuhl souverän die Silbermedaille sichern. Gemeinsam mit On Top startete sie in der Dressur souverän in die Prüfung und sicherte sich mit Platz sieben eine gute Ausgangsposition für den weiteren Verlauf. Im anspruchsvollen Gelände war es dann die Zeit, die der Hamminkelnerin ein wenig das Leben erschwerte. Die sehr hügelige Strecke ging allen Paaren an die Substanz und so kam auch Lehmkuhl mit einigen Zeitfehlern ins Ziel. Rang 24 im Gelände ließ sie zunächst auf Rang neun in der Gesamtwertung zurück fallen. Dass sie sich von den Strapazen im Gelände gut erholt hatten, bewiesen Jana Lehmkuhl und On Top im Parcours. Mit einer fehlerfreien Runde arbeiteten sie sich bis zur Silbermedaille vor. Die 13-Jährige und der neunjährige Wallach sind seit vergangenem Jahr ein Paar und konnten in der letzten Saison einige Platzierungen in A-Prüfungen sammeln. Dass sie ihren ersten gemeinsamen Start beim Preis der Besten gleich in eine Medaille umwandeln konnten, liegt sicherlich auch an der vielseitigen und soliden Grundausbildung der noch jungen Reiterin. Denn sowohl im Dressur- als auch im Springsattel ist sie bereits hocherfolgreich unterwegs. Auf dem Viereck war sie letztes Jahr Teilnehmerin beim Bundesnachwuchschampionat. Und im Parcours konnte sie ebenfalls schon einige Erfolge feiern. Zudem machte die aus Voerde stammende Reiterin als Finalsiegerin des Raiffeisen-Markt-Cups 2014 von sich reden. Ihre ersten Erfolge im Gelände feierte sie vor zwei Jahren und hat sich seitdem kontinuierlich nach vorne gearbeitet. Seit dieser Saison liegt die volle Konzentration der Nachwuchsreiterin auf der Vielseitigkeit.
Ebenfalls zahlreiche Plätze nach vorne arbeitete sich Charlotte Fritzen. Im Sattel von Classic Touch startete sie nach der Dressur auf Rang 22 liegend auf die Geländestrecke. Durch einen fehlerfreien Ritt innerhalb der erlaubten Zeit konnte sie sich in der Gesamtwertung dann aber mit einem Quantensprung auf Rang vier vorarbeiten. Mit Rang zwei im abschließenden Springen verpasste sie die Medaillenränge nur knapp. Mit Platz vier in der Gesamtwertung kann sie mit ihrer Leistung mehr als zufrieden sein. Und auch Konstantin Harting konnte sich in der Gesamtwertung in den Top Ten platzieren. Mit Mariestad konnte er zwar nicht ganz an die Leistungen anknüpfen, die er bereits in der laufenden Saison zeigen konnte, aber am Ende reichte es nach Platz 39 in der Dressur, Rang neun im Gelände und Platz 26 im Springen für Rang neun der Gesamtwertung. Dabei konnte das Paar diesmal sowohl in der Dressur, als auch im Springen nicht sein volles Potenzial ausschöpfen. Im Gelände hingegen bewältigten sie die Anforderungen souverän und beendeten den anspruchsvollen Kurs fehlerfrei unterhalb der erlaubten Zeit.  RT

In der zweiten Wertungsprüfung noch vor Lena Charlotte Walterscheidt platziert waren Hannah Erbe und Carlos. Die Krefelderin, die im vergangenen Jahr mit Dornfelder an den Deutschen Jugendmeisterschaften teilnahm und parallel auch noch im Ponysattel erfolgreich ist, stellt den achtjährigen Carabas-Sohn in dieser Saison erstmalig in der Juniorentour vor. In der Ausbildung unterstützt von Heiner Schiergen erreichte sie in der zweiten Wertung 70,474 Prozent und platzierte sich damit an dritter Stelle. „Hannah ist heute geritten wie der Teufel, sie hat wirklich eine starke Runde gezeigt“, freute sich Wolfgang Winkelhues über das gute Abschneiden der neuen Paarung. In der Gesamtwertung gab es für Hannah Erbe am Ende Rang sieben.

Bronze für Linda Erbe bei den Ponyreitern

Die Erbe-Schwestern schafften auch in Warendorf wieder das ganz Besondere: Alle drei konnten sich in der Gesamtwertung in den Top Ten platzieren. Im Sattel von Dujardin B erkämpfte sich Linda Erbe in einem sehr stark besetzten Feld der Ponydressurreiter die Bronzemedaille. Auch hier gewann überlegen Semmieke Rothenberger aus Hessen, gefolgt von ihrer Cousine Nadine Krause, die sich Silber sicherte. Linda Erbe präsentierte ihren bewegungsstarken, aber auch sehr wachen Palominowallach souverän und wurde dafür bereits in der ersten Wertung mit 70,854 Prozent belohnt. Wie gut die Konkurrenz unterwegs war, ist allein schon daran zu erkennen, dass dieses Ergebnis zunächst mit Rang sieben keine direkte Chance auf eine Medaille versprach. Doch die junge Krefelderin behielt die Nerven und verbesserte sich am zweiten Tag auf Rang vier. Sie ging ein wenig mehr Risiko ein und präsentierte den Deinhard B-Sohn noch etwas ausdrucksstärker als an Tag eins. Der Lohn waren nicht nur 71,464 Prozent, sondern auch Rang drei in der Gesamtwertung und damit die Bronzemedaille. Damit empfahl sich das Paar souverän für die Europameisterschaftssichtung in Wiesbaden. Und auch die dritte im Bunde – Lindas Zwillingsschwester Helen – zeigte am zweiten Tag, dass eine wahre Kämpfernatur in ihr steckt. Im Sattel von SFS Charly Brown, der im vergangenen Jahr unter Anouk Wiemers erfolgreich war, knackte sie in der zweiten Wertung ebenfalls die 70-Prozentmarke. Mit 70,163 Prozent rangierte sie an achter Stelle und sicherte sich Rang neun in der Gesamtwertung. Auch sie hat damit das Ticket nach Wiesbaden gelöst, so dass auch das Turnier vor dem schönen Wiesbadener Schloss zu einem Familienausflug des erfolgreichen Krefelder Geschwistertrios wird.

Ebenfalls einen Startplatz in Wiesbaden ergatterte Julia Barbian. Die erst zwölfjährige Nachwuchsreiterin und der siebenjährige Fuchswallach Der kleine König kannten das Viereck in Warendorf noch von den Bundeschampionaten des vergangenen Jahres. Damals gewannen sie bei den sechsjährigen Dressurponys die Goldmedaille und haben nun in der Winterarbeit auch die FEI-Lektionen intensiv erarbeitet. Den Sprung in diese Klasse schafften sie bereits zu Anfang des Jahres, als sie in Stadl Paura bereits international erfolgreich waren. Beim Preis der Besten konnten sie sich in der zweiten Wertungsprüfung nun über 70,325 Prozent und damit den siebten Platz freuen. In der Endabrechnung standen sie ebenfalls an sehr guter siebter Stelle.

 

Stärkstes Starterfeld aller Zeiten bei den Jungen Reitern

In der Altersklasse der Jungen Reiter war nach Meinung vieler Experten in diesem Jahr eines der stärksten Starterfelder aller Zeiten in Warendorf aktiv. Und das lag nicht nur an Championatshengst Damon Hill NRW, der mit seiner Reiterin Jill-Marielle Becks zu einem wahren Zuschauermagneten avancierte. Sogar zahlreiche Springreiter sammelten sich um das Dressurviereck, als das aufstrebende Paar auf das Viereck trabte. Gemäß den Erwartungen sicherten sich die Beiden am Ende die Goldmedaille. Doch auch die restlichen Reiter zeigten überragende Leistungen – und so war es am Ende zwischen Gold und Silber extrem knapp, denn Bianca Nowag behielt in der zweiten Wertung die Nerven, zeigte eine fehlerfreie Runde mit viel Ausdruck und konnte die Prüfung für sich entscheiden und sich damit insgesamt nur knapp geschlagen Silber sichern. Mit der Bronzemedaille für Claire Louise Averkorn war das Treppchen in diesem Jahr fest in westfälischer Hand, doch auch die rheinischen Amazonen konnten sich in diesem Top-Starterfeld erfolgreich behaupten. In ihrer ersten Saison in dieser Altersklasse startete Anna-Christina Abbelen mit einer sehr ausdrucksstarken Runde in das Turnier. Die amtierende Junioreneuropameisterin und ihr Fürst on Tour zeigten von Beginn an, dass auch sie aktiv in den Kampf um die Medaillen eingreifen wollten. Eine tolle Trabtour versprach von Anfang an einen spannenden Wettkampf, doch leider schlichen sich in der Galopptour kleinere Fehler ein. Trotzdem reichte es zu starken 70,605 Prozent und damit Platz vier. Und auch mit ihrem zweiten Pferd First Lady, mit der sie im vergangenen Jahr die Rheinischen Meisterschaften der Junioren gewinnen konnte, zeigte Abbelen eine gute Prüfung. 69,921 Prozent hieß hier das Ergebnis, welches mit Platz sechs belohnt wurde. Am zweiten Tag war es dann die Stute, die mit 70,342 Prozent das bessere Ergebnis ablieferte und ihre Reiterin die Prüfung auf dem vierten Rang beenden ließ. Sensibel und bewegungsstark ist First Lady ein Pferd mit vielen Möglichkeiten und Anna-Christina Abbelen hat in Warendorf gezeigt, dass sie diese Möglichkeiten immer besser präsentieren kann. In der Gesamtwertung schafften die Beiden es am Ende auf Rang vier. Damit gab es für die Preis der Besten-Gewinnerin aus dem letzten Jahr diesmal zwar keine Medaille, aber sie konnte mit beiden Pferden untermauern, dass auch in dieser Saison die Europamei

sterschaften ein reelles Ziel sind. Denn auch mit Fürst on Tour reichten die Punkte in der Gesamtwertung für Rang sechs.

 

Und auch Jessica Krieg hat mit ihren Leistungen in Warendorf gezeigt, dass sie gut in der Klasse S und damit im Lager der Jungen Reiter angekommen ist. Im Sattel der Romancero H-Tochter Revers Side platzierte sie sich in der ersten Wertungsprüfung an fünfter Stelle. Für seine Vorstellung erhielt das Paar 70,263 Prozent. Die Heinsbergerin hatte ebenfalls zwei Pferde mit nach Warendorf gebracht und zeigte auch im Sattel von Special Edition schöne Runden. In der Gesamtwertung wurde sie für ihre Leistungen mit dem siebten Platz mit Revers Side und dem neunten Rang mit Special Edition belohnt. Und damit hat auch sie sich für den weiteren Sichtungsweg zu den Europameisterschaften empfohlen.

SPRINGEN


Pia Stieborsky einzige rheinische Reiterin bei den Children

Der Startschuss bei den Springreitern fiel am Freitagmittag mit der ersten Wertungsprüfung in der Altersklasse Children, einer Springprüfung der Klasse M*. Bereits hier konnte sich eine Rheinländerin auf den vorderen Rängen platzieren. Pia Stieborsky war mit ihrem achtjährigen Westfalenwallach  Spartacus an den Start gegangen und sicherte sich durch eine versierte Nullrunde den sechsten Platz. Doch in der zweiten Wertungsprüfung lief es nicht ganz so erfolgreich für die Amazone. Mit 7,5 Fehlerpunkten im ersten Umlauf rutschte sie auf Platz 18 und musste sich in der Gesamtwertung mit Platz zehn und einer Gesamtpunktzahl von 69,5 zufrieden geben. Gold sicherte sich am Ende Beeke Carstensen vor Hannes Ahlmann und Piet Menke, die alle drei für Schleswig Holstein an den Start gingen.

 

Rang vier für Carla Schumacher bei den Ponys

Gleich vier rheinische Ponyspringreiter platzierten sich in der Gesamtwertung unter den ersten zehn. Allen voran Carla Schumacher, die gleich zwei Ponys mit nach Warendorf gebracht hatte. In der ersten Wertung platzierte sie sich mit Nabucco nach einer fehlerfreien Runde an achter Stelle. Und auch in der Finalprüfung blieb das Paar im Normalumlauf fehlerfrei. Nach einem Abwurf in der Siegerrunde hieß es am Ende Rang sechs in dieser Prüfung. Damit sicherte sich die Schermbeckerin genau wie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im vergangenen Jahr Rang vier in der Gesamtwertung. Dort war allerdings High Dream N ihr Partner im Parcours. Auch mit ihm war die Nachwuchsreiterin beim Preis der Besten im Parcours erfolgreich. Am Finaltag qualifizierte sich das Paar für die Siegerrunde und konnte auch dort fehlerfrei bleiben. Rang vier war hier die Ausbeute, die am Ende zu Platz neun in der Gesamtwertung verhalf.

 

Ebenfalls bereits am ersten Tag gut unterwegs waren Messina Tillmann und Alposas Jim Beam. Tillmann steuerte den neunjährigen Wallach fehlerfrei in einer guten Zeit durch den Parcours und durfte sich am Ende über eine Schleife für Rang sechs freuen. Damit hatte sie sich eine gute Ausgangsposition für die sonntägliche Finalprüfung geschaffen. Auch hier qualifizierte sich das Paar für die Siegerrunde, hatte dort aber ein wenig Pech und musste sich mit Rang zehn begnügen. Dadurch lag Tillmann in der Gesamtwertung am Ende an sechster Stelle. Knapp vor Franziska Müller, die es am Ende insgesamt auf Rang acht schaffte. Sie konnte sich gemeinsam mit dem zehnjährigen Fuchswallach Leo in der Finalprüfung an siebter Stelle platzieren. Damit landete sie einen Platz vor Pia Stieborsky, die mit der erst siebenjährigen Mystic Cooky zu Rang acht sprang. Auch diese beiden hatten sich einen Platz in der Siegerrunde erkämpft und konnten mit der gemeinsamen Leistung trotz Fehler durchaus zufrieden sein. Der Gesamtsieg ging in dieser Konkurrenz an den amtierenden Deutschen Meister Enno Klaphake aus Weser-Ems vor dessen Landesverbandskollegen Max Haunhorst. Und auch Leonie Böckmann, die Drittplatzierte der Gesamtwertung, ging für Weser-Ems an den Start.

Pech im Finalparcours der Junioren

Ebenfalls eine erfolgreiche  erste Wertungsprüfung absolvierten die Junioren Laura Hetzel und Philipp Houston. Mit ihrer elfjährigen Oldenburger Stute Quanita sicherte sich die Tochter von Landestrainer Holger Hetzel Rang zwei vor Teamkollege Philip Houston, der mit seiner Chacco-Blue Tochter Chalanda an den Start gegangen war. Doch ähnlich wie Pia Stieborsky schien auch Laura Hetzel in der zweiten Wertungsprüfung vom Pech verfolgt zu sein. Zwar sicherte sie sich mit Little Tinka und einer fehlerfreien Runde im ersten Umlauf ein Ticket fürs Stechen, musste dort dann aber einige Fehler in Kauf nehmen. Ein kleines Abstimmungsproblem vor dem ersten Sprung führte zu einer Verweigerung und einem Abwurf. Danach schien der Knoten geplatzt, doch eine spätere zweite Verweigerung füllte das Punktekonto weiter. So landete die Gocherin letztendlich auf Rang neun in der Gesamtwertung und damit einen Platz hinter Philip Houston. Auch er startete vielversprechend in die Finalprüfung und ritt voll auf Angriff. Doch eine Wendung war für Chalanda doch ein wenig zu eng und so musste das Paar eine Verweigerung hinnehmen. Houston behielt danach jedoch die Nerven und beendete den Parcours souverän in der schnellstmöglichen Zeit. Gewonnen wurde die Gesamtwertung der Junioren von Fredericke Staack, die für den Landesverband Schleswig-Holstein am Start war.

Rebecca Thamm

 

VOLTIGIEREN


Neusser Junioren holen Silber – WM-Entscheidung vertagt

Eine Woche vor dem Preis der Besten landeten die Junioren-Voltigierer des RSV Neuss-Grimlinghausen beim internationalen Wettstreit in Belgien mit riesigem Abstand auf Rang eins. Damit galten sie in Warendorf als klare Favoriten. Doch in der nordrhein-westfälischen Pferdestadt lief es nicht ganz wie gewünscht. Das Team von Simone Lang-Wiegele musste sich dem Dauerrivalen aus Ingelsberg geschlagen geben. Eine Hürde war zudem das neue internationale Reglement. Aus dem Rennen um das begehrte WM-Ticket sind die Pferdeakrobaten vom Nixhof aber noch nicht. Bundestrainerin Ulla Ramge vertagte die Championats-Entscheidung.

Nach dem mit Spannung erwarteten Zweikampf zwischen Deutschlands besten Juniorteams steht es 1:0 für die Bayern. Die Mannschaft von Longenführer und Trainer Alexander Hartl setzte sich im nordrhein-westfälischen Pferdemekka überraschend deutlich durch, siegte mit 7,513 Punkten vor Neuss (7,288). Die Süddeutschen entschieden alle drei Umläufe – Pflicht und zweimal Kür – für sich und knüpften damit an die Erfolgslinie an, nachdem sie beim letzten Aufeinandertreffen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften 2014 ebenfalls triumphiert hatten. Ärgerlich für die Neusser: An die Leistung aus der Vorwoche in Moorsele konnten die jungen Akteure nicht anknüpfen. „Leider fehlt uns noch die Konstanz, aber ich bin mir sicher, dass wir das im Laufe der nächsten Wochen stabilisieren können“, sagte Trainerin Simone Lang-Wiegele. Einen zusätzlichen Rückschlag erhielt die Mannschaft aufgrund des neuen internationalen Reglements, nach dem auch in Warendorf gerichtet wurde. Nach diesem erhält eine Mannschaft einen ganzen Punkt Abzug in der Artistiknote (25 Prozent der Endnote), wenn es die Kür nicht in den vorgeschriebenen vier Minuten beendet. Da es zu Beginn der ersten Kür Irritationen mit der Lautstärke der Musik gab, hielten die Neusser die strenge Zeitvorgabe nicht ein. „Das war extrem ärgerlich, aber daraus werden wir lernen“, sagte Lang-Wiegele. „Der Abzug steht nicht im Verhältnis, aber unabhängig davon muss die Mannschaft in solchen Situationen reagieren können“, verdeutlichte Ramge. Für sie gilt jedoch: Ein derartiger Patzer unterläuft den Athleten besser beim Preis der Besten als auf dem Championat.

Stichwort Championat: Das ist in diesem Jahr ein ganz Besonderes. Im niederländischen Ermelo wird vom 5. bis 9. August erstmals eine Weltmeisterschaft im U18-Bereich ausgetragen. „Dort kann Geschichte geschrieben werden“, sagt Ramge. Die Nationaltrainerin stand in Warendorf vor einer schwierigen Aufgabe. Denn eine Entscheidung, wer Deutschland vertreten darf, fiel in den letzten Jahren stets zu einem frühen Zeitpunkt der Saison, um das besagte Team optimal zu verstärken und vorzubereiten. Von diesem Konzept wollten Ramge und das Sichtungsgremium auch 2015 nicht abweichen. „Die besonderen Umstände lassen eine endgültige Nominierung aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu“, erklärte Ramge. Denn trotz des deutlichen Sieges der Ingelsberger wollte sich das Gremium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung nicht festlegen. „Wir wollen und müssen erst die endgültige Pferdesituation abwarten“, sagte Ramge. Zur Erläuterung: Die Neusser konnten ihr Erstpferd Damiana aufgrund einer Verletzung nicht einsetzen. Die Stute wird aber im Laufe der Saison wieder fit und einsatzbereit. Dennoch machten die RSV-Akrobaten, die in dieser Saison in ihrer Kür das Thema Zeit interpretieren, auch auf Ersatzpferd Auxerre eine gute Figur. Die Ingelsberger, die auf Lazio an den Start gingen, lassen es sich derzeit offen, ob ihr Spitzenpferd bei den folgenden Saisonhöhepunkten für das Senior- oder das Juniorteam auflaufen wird. „Besondere Situationen erfordern besondere Entscheidungen. Wir brauchen einen weiteren Vergleich“, konstatierte Ramge. Dafür wird nun die Deutsche Juniorenmeisterschaft herangezogen, die Anfang Juli im sachsen-anhaltinischen Krumke ausgetragen wird.

Das weitere Teilnehmerfeld war im Übrigen schon vor dem ersten Jahreshöhepunkt stark dezimiert: Die amtierenden Vize-Europameister aus dem westfälischen Brakel mussten ihren Start in der Warendorfer DOKR-Springhalle – und damit die Chance auf eine erneute Championatsteilnahme – aufgrund einer Verletzung absagen. Auch das Team aus Mainz-Ebersheim konnte nicht anreisen. Lediglich die Sachsen aus Schenkenberg wollten den beiden Top-Teams der letzten Jahre Paroli bieten, scheiterten allerdings aufgrund von mehreren Stürzen. Am Ende machten die beiden Favoriten das Rennen. Die Ingelsberger Junioren waren zuletzt im Jahr 2010 auf einem Championat, Neuss-Grimlinghausen siegte 2012 und 2013.

Daniel Kaiser


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